Bis in die 2050er Jahre könnte das weltweite Aufkommen an Photovoltaik-Abfällen (PV-Abfällen) auf bis zu 60 Millionen Tonnen anwachsen – und diese Zahl könnte sogar noch unterschätzt sein. Mit der rasanten Verbreitung von Solarenergie wird die Frage, was mit Solarmodulen am Ende ihrer Lebensdauer geschieht, immer dringlicher. Ein herkömmliches Solarmodul besteht in der Regel aus mehreren fest miteinander verbundenen Schichten: Solarzellen, Metallen wie Silber oder Kupfer, einer Antireflexionsschicht auf der Solarzelle, Glas sowie einem Rahmen. Obwohl diese Materialien einzeln recycelbar sind, macht ihre dauerhafte Verklebung eine Trennung äußerst schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Dadurch werden Recyclingprozesse komplex, ineffizient und häufig wirtschaftlich nicht rentabel.
Doch was wäre, wenn ein Solarmodul von Anfang an so konzipiert wäre, dass es leicht zerlegt und wiederverwendet werden kann?
SolarPie bietet einen alternativen Ansatz. Es handelt sich um ein rundes Solarmodul, das von der ursprünglichen Form des Siliziumwafers, also der Solarzelle selbst, inspiriert ist. Anstelle von Klebstoffen werden die einzelnen Schichten des SolarPie miteinander verpresst. Diese Konstruktionsweise ermöglicht es, das Modul nach seiner Nutzungsdauer von etwa 25–30 Jahren einfach zu zerlegen. Nach der Demontage kann jede Komponente einem klar definierten und nachhaltigen End-of-Life-Prozess zugeführt werden: Die Glasschicht kann direkt dem Glasrecycling zugeführt werden, während wertvolle Bestandteile wie die Solarzelle zur Wiederverwendung oder Aufarbeitung in die Fabrik zurückgeschickt werden können.
Der SolarPie ist dafür ausgelegt, in einem festen Winkel von 30 Grad aufgehängt zu werden, um die Sonneneinstrahlung zu optimieren und gleichzeitig zu ermöglichen, dass Regenwasser und Schmutz auf natürliche Weise von der Oberfläche abfließen. Ein integrierter Griff erleichtert das Halten und Montieren des Moduls während der Installation und reduziert den Aufwand sowie die Installationszeit. Das Befestigungssystem, mit dem das Solarmodul montiert wird, ist flexibel gestaltet und kann sich an unterschiedliche Größen und Konfigurationen anpassen. Dadurch ist das System modular aufgebaut, sodass einzelne Module ausgetauscht, erweitert oder aufgerüstet werden können, ohne das gesamte System ersetzen zu müssen.
Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt des SolarPie-Konzepts. Das Modul wird, wo immer möglich, aus recycelbaren Materialien hergestellt, und seine modulare Konstruktion trägt dazu bei, Abfälle zu reduzieren, indem die Lebensdauer einzelner Komponenten verlängert wird. Zusätzlich verfügt die Oberfläche des Moduls über eine leicht wellenförmige Textur. Diese Struktur erfüllt nicht nur einen ästhetischen Zweck, sondern wirkt auch als natürliche Abschreckung gegen Tauben und andere Vögel. Dadurch wird verhindert, dass sich Vögel auf dem Modul niederlassen oder dort nisten, was die Effizienz erhält und den Wartungsaufwand reduziert – ganz ohne schädliche Abwehrmaßnahmen.
Insgesamt denkt SolarPie das Solarmodul neu – nicht nur als Energieerzeuger, sondern als Teil eines zirkulären Systems, das Langlebigkeit, Anpassungsfähigkeit, Recyclingfähigkeit und ökologische Verantwortung über den gesamten Lebenszyklus hinweg in den Vordergrund stellt.