Ausstellungen – Vorschau

Burg Galerie im Volkspark

täglich geöffnet
Ausstellung vom 7.3.–31.3.2019

Die Burg Galerie im Volkspark beginnt die neue Ausstellungsreihe A B C.
Sie ist thematisch ausgerichtet und richtet sich an Studierende aus Kunst und Design.
Wir starten mit A für Alltag.

Ausschreibungstext für den Open Call an alle Studierenden

Alltag wird durch gewohnheitsmäßige Abläufe wie Aufstehen, Essen, Arbeiten, Einkaufen oder häusliche Tätigkeiten charakterisiert. Sprachlich differenzieren wir viele Bereiche: Alltagskultur, Alltagsleben, Alltagswissen oder Alltagssprache. Als Gegenpole werden Feste, Spiel oder Freizeit verstanden. Philosophen wie Roland Barthes oder Jean Baudrillard haben sich kritisch mit Alltag auseinandergesetzt, Fragen nach den „Mythen des Alltags“ gestellt oder die Gegenstände des alltäglichen Lebens im Kontext von Konsum und Kapitalismus untersucht.
Alltag hat auch KünstlerInnen und GestalterInnen seit dem 20. Jahrhundert intensiv beschäftigt. Ein Blick zurück – anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums – lohnt sich: Ob beim Neuen Bauen, bei der industriellen Herstellung preiswerter und dennoch formschöner Einrichtungsgegenstände oder auch bei einer neuen Art des Lehrens und Lernens am Bauhaus – dahinter stand eine soziale Utopie, die Gesellschaft zu verändern.
In der bildenden Kunst ist seit Marcel Duchamps Fontaine (1917) der Umgang mit dem Banal-Alltäglichen eine probate Methode, das Verhältnis von Kunst und Leben radikal in Frage zu stellen. So griffen in den 1960er Jahren die Künstler der Arte Povera diesen Gestus auf, arbeiteten mit „armen“ Materialien  wie Erde, Filz, Holz oder Bindfaden.

Was macht das Thema für Studierende einer Kunsthochschule interessant?

Heute stellen sich viele neue Fragen, auch hinsichtlich einer sozialen Zukunftsgestaltung. Unser Alltag ändert sich rasant, vor allem durch Digitalisierung und eine neue Medienkultur. Wie verschiebt sich der Unterschied von Alltag und Nicht-Alltag in einer Gesellschaft, die Selbstoptimierung propagiert? Auf welche Weise lässt sich vom Alltag erzählen und mittels welcher Formen? Welche neuen Rituale erfinden wir? Wie alltagsrelevant sind Themen wie soziale Ungleichheit, politische Konflikte oder die ökologische Bedrohung und deren mediale Vermittlung? Welche Art von Routinen gilt es heute zu verändern?
Erwünscht sind alle Formen der künstlerischen und gestalterischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Dazu gehört für uns auch das Nachdenken über Praktiken des Zeigens und Ausstellens selbst. Wie ließe sich das Alltägliche in den Ausstellungskontext übertragen, der per se eine Ausnahmesituation darstellt? Wir freuen uns auf alle Eure Vorschläge.

Am 17.12.2018 hat die Jurysitzung für die Ausstellung „A für Alltag“ stattgefunden. Von den 52 Bewerbungen wurden 26 Positionen ausgewählt, die durch ihre Qualität überzeugt haben und die insgesamt die Vielfalt der Auseinandersetzung mit Alltag an der BURG repräsentieren.

In der Jury waren Prof. Mareike Gast, Stefanie Kretschmer, Prof. Paul McDevitt, Prof. Rolf Wicker, Lisa Brockmann (Stura), Susi Kolp, Dr. Jule Reuter.

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Öffnungszeiten der Ausstellungen

Täglich 14–19 Uhr

Besucheradresse

Schleifweg 8 a, 06114 Halle

Postadresse

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Galerie im Volkspark
Postfach 200252, 06003 Halle

Kontakt

Dr. Jule Reuter, Kuratorin
T +49 (0)345 7751-580 80
reuter(at)  burg-halle.  de
Montag bis Donnerstag

Prof. Rolf Wicker
T +49 (0)345 7751-681
wicker(at)  burg-halle.  de