Lecture

Beim Wort genommen: Joseph Beuys und der Nationalsozialismus

Die Veranstaltungsreihe „Vorträge der Kunstwissenschaften“ findet im Goldbau, Neuwerk 7 im Hörsaal 008 statt. Am Montag, 23. November 2026, hält Ron Manheve den Vortrag „Beim Wort genommen: Joseph Beuys und der Nationalsozialismus “.

Anhand einer großen Anzahl von konkreten Aussagen von Joseph Beuys selbst wird gezeigt, dass der Künstler nie eine kritische Distanz zu seinen eigenen Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus (Schulzeit und Kriegsjahre) entwickelte. Sehr früh einsetzende ideologische Befangenheit führte dazu, dass er vor unterschiedlichen Zuhörerkreisen (darunter auch Schüler) die Nazidiktatur verharmloste und deren mörderischen Antisemitismus aus seiner Gedankenwelt ausklammerte. Im Gegensatz zu Autoren wie H.P. Riegel verwirft der Redner die Auffassung, Beuys sei Anhänger einer nationalsozialistischen Ideologie gewesen. Vielmehr belegt er, dass Beuys – den er im traditionellen Sinn für einen sehr großen Künstler hält – als Ideologe fernab der eigenen Zeit und weit weg von den historischen und zeitgenössischen Realitäten agierte. 

Ron Manheve

Ron Manheim studierte Kunstgeschichte und war zunächst Dozent für neuere Kunstgeschichte an der Universität in Nijmegen/Niederlande, dann ab 1991 stellvertretender Künstlerischer Direktor des Museums Schloss Moyland am Niederrhein, das damals inhaltlich und baulich noch ‚im Entstehen‘ war. Bis 2008, leitete er das Museum kommissarisch. Seitdem ist er als freier Kunsthistoriker (Ausstellungskurator, Autor, Referent) tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Joseph Beuys und der internationale Expressionismus.