Die vierjährige Amtszeit des neuen Rektorats der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle beginnt mit dem Start des Studienjahres 2026/27 im Oktober. Prof. Bettina Erzgräber, seit 2022 Rektorin der BURG, wurde im Juni 2026 vom Akademischen Senat für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Als Prorektor*innen gehören dem neuen Rektorat Prof. Dr. Yuka Oyama, Professorin für Plastik/Schmuck im Fachbereich Kunst, Prof. Dr. Marita Tatari, Professorin für Kunstphilosophie und Kulturtheorie im Fachbereich Kunst sowie Prof. Martin A. Büdel, außerplanmäßiger Professor im Fachbereich Design, an. Gemeinsam mit Kanzler Dr. Stefan Danz bilden sie das Rektorat einer der größten deutschen Kunsthochschulen.
In den kommenden Jahren wird die Hochschule zentrale Entwicklungsprozesse fortführen und neue Impulse für ihre Zukunft setzen. Im Mittelpunkt hierfür stehen die künstlerische, gestalterische und wissenschaftliche Lehre und Forschung, die Weiterentwicklung nachhaltiger Hochschulstrukturen sowie die Durchführung und Fertigstellung zentraler Bauvorhaben. Die BURG soll auch künftig ein Ort bleiben, an dem künstlerische Freiheit, kritisches Denken und gesellschaftliche Verantwortung zusammenwirken.
Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2022 hat Prof. Bettina Erzgräber dafür grundlegende Prozesse innerhalb der Hochschule angestoßen und begleitet. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Forschungsstrukturen in Kunst und Design, die Stärkung des Promotionsbereichs, die Etablierung eines Quereinsteigerstudienprogramms für das Lehramt und die Erarbeitung eines langfristig angelegten Hochschulentwicklungsplans ebenso wie die Intensivierung hochschulinterner Austausch- und Beteiligungsformate. In ihrer Amtszeit gelang auch der Durchbruch bei dem für die Hochschule existenziellen Bauvorhaben des Mehrzweckgebäudes für den Fachbereich Kunst mit der Verständigung über die nun fest vereinbarte Bausumme sowie den Zeitplan des Bauvorhabens. Nicht zuletzt die Themen Nachhaltigkeit, Diversität, Demokratieförderung, Antidiskriminierung und gesellschaftliche Verantwortung rückte das Rektorat stärker in den Fokus und verankerte sie in der Hochschulkultur.
Die bisherigen Prorektor*innen Prof. Tilo Baumgärtel, Prof. Dr. Veronica Biermann und Prof. Matthias Görlich widmen sich nach ihrer Amtszeit im Rektorat von 2022 bis 2026 wieder verstärkt ihren Aufgaben in Lehre und Forschung. Prof. Tilo Baumgärtel wurde zudem zum Dekan des Fachbereichs Kunst gewählt und hat das Amt zum 1. Oktober 2026 übernommen.
Vita Prof. Bettina Erzgräber
Bettina Erzgräber wurde 1964 in Saarbrücken geboren. Nach ihrer Schulzeit in Freiburg im Breisgau studierte sie von 1983 bis 1991 Kunsterziehung, Kunstgeschichte und Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Stuttgart und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. An Letztgenannter folgte von 1991 bis 1993 ein Postgraduiertenstudium der Freien Bildhauerei bei Prof. Jürgen Brodwolf. Seit 2015 hat Bettina Erzgräber die Professur für Zeichnen und bildnerisches Gestalten im Fachbereich Design an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle inne, bereits im Jahr 2014 war sie als Vertretungsprofessorin an der BURG tätig. Von 2016 bis 2017 war Bettina Erzgräber Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule, von 2017 bis 2022 war sie Dekanin des Fachbereichs Design und seit 2018 gewähltes Mitglied des Akademischen Senats der Kunsthochschule. Seit 2022 leitet sie die BURG als Rektorin.
Die Künstlerin erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, so 1986 das Salzburg-Stipendium der Stadt Mainz, 1994 das Paris-Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks und 1995 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. 2004 folgte der Sonderpreis im Rahmen des elften Marler Video-Kunst-Preises und 2007 das Stipendium der Cité Internationale des Arts Paris des Landes Baden-Württemberg. Ihre Werke werden national und international ausgestellt.
Vita Prof. Dr. Yuka Oyama
Prof. Dr. Yuka Oyama ist seit 1. Oktober 2024 Professorin für Plastik/Schmuck im Fachbereich Kunst. Oyama, 1974 in Tokio, Japan, geboren, studierte Schmuck an der Rhode Island School of Design in Providence (USA) und an der Akademie der Bildenden Künste München, wo sie 2003 Meisterschülerin von Prof. Otto Künzli wurde. 2017 promovierte sie in künstlerischer Forschung an der Oslo National Academy of the Arts mit der Arbeit The Stubborn Life of Objects (Das eigensinnige Leben der Dinge). In ihrer Arbeit verbindet Oyama tragbare Skulpturen, Performance und Feldforschung, um die Bedeutung persönlicher Gegenstände für Identität und Selbstwahrnehmung zu untersuchen. Ihre Werke waren international zu sehen, unter anderem in Paris, New York, Zürich, Wellington (Neuseeland) und Berlin. Von 2019 bis 2024 leitete sie das Jewellery Art Programm an der HDK-Valand, Universität Göteborg. Im Sommersemester 2024 war sie bereits als Vertretungsprofessorin an der BURG tätig.
Vita Prof. Dr. Marita Tatari
Prof. Dr. Marita Tatari ist seit 15. Oktober 2024 Professorin für Kunstphilosophie und Kulturtheorie im Fachbereich Kunst. Die 1974 in Athen, Griechenland, geborene Philosophin versteht Kunstphilosophie als eine lebendige Praxis im Kontext kultureller Transformationen. Sie studierte Gräzistik in Griechenland, absolvierte einen Master in Philosophie in Frankreich und promovierte 2005 bei Jean-Luc Nancy in Straßburg. Ihre Arbeiten verbinden klassische Ästhetik mit zeitgenössischen Fragen der Kunstproduktion und -rezeption. Tatari habilitierte sich an der Ruhr-Universität Bochum mit einer Arbeit zum Kunstwerk als Handlung, gefördert durch eine DFG-eigene Stelle, und forschte anschließend als Humboldt-Stipendiatin an der University of California Berkeley, USA, und dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Sie lehrte unter anderem an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie international in der Schweiz und Griechenland. Dr. Marita Tatari publizierte international und hat transdisziplinäre Tagungen konzipiert. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen die mitherausgegebenen Sammelbände Hannah Arendt und die Weltlichkeit der Künste, Thinking With – Jean-Luc Nancy sowie demnächst Ideengeschichtliche Pfade. Sie ist an internationalen Forschungsprojekten beteiligt, unter anderem mit der Zürcher Hochschule der Künste, Schweiz und der University of Chicago, USA.
Vita Prof. Martin A. Büdel, außerplanmäßiger Professor
Prof. Martin A. Büdel, 1971 in Aschaffenburg geboren, ist Innenarchitekt und Designer. Nach einer Ausbildung im Schreinerhandwerk studierte er Innenarchitektur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und schloss 2000 das Studium als Diplom-Ingenieur ab. Bereits während des Studiums entstanden mit der Entwurfsgruppe „…4“ mehrfach ausgezeichnete Möbel- und Ausstellungsentwürfe. Arbeiten wie das Regalsystem „stapler“ und der seit über 25 Jahren produzierte Hocker „Falter“ wurden mit Designpreisen ausgezeichnet und sind in verschiedenen Designsammlungen vertreten. Nach seinem Diplom gründete er gemeinsam mit seiner Partnerin Cornelia Büdel das büro büdel – innenarchitektur + design, das Projekte in den Bereichen Möbeldesign, Innenarchitektur und Bauen im Bestand realisiert. Seit 2000 ist Büdel an der BURG in Lehre, Werkstätten und Transfer tätig. Von 2012 bis 2026 leitete er die Zentralen Werkstätten, seit 2017 verantwortet er das Designhaus Halle, das Existenzgründer- und Transferzentrum der Hochschule. Im Fachbereich Design lehrt er gestalterische und künstlerische Grundlagen. Im Dezember 2025 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Darüber hinaus engagiert sich Büdel für den Austausch zwischen Gestaltung, Handwerk und Wirtschaft. Mit dem seit über zehn Jahren stattfindenden Innenausbautag initiierte er ein Fach- und Transferformat, das Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verbindet.
Vita Dr. Stefan Danz
Stefan Danz, 1970 in Pößneck/Thüringen geboren, ist seit 1. Oktober 2025 Kanzler der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Nach einer Ausbildung zum Zimmermann legte er nach der Wiedervereinigung auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur ab und studierte in Jena und Siena (Italien) Rechtswissenschaften. Nach dem Referendariat, das er unter anderem am Bundesverfassungsgericht absolvierte, war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig, wo er mit einer wissenschaftshistorischen Arbeit promoviert wurde. 2005 wechselte er in das Rechtsamt der Universität und leitete dieses seit 2015. 2019 wurde ihm zudem die Funktion des stellvertretenden Kanzlers der Universität Jena übertragen und von Oktober 2021 bis August 2022 war er mit der kommissarischen Wahrnehmung der Aufgaben des Kanzlers ebendort betraut.
Profil Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Die 1915 gegründete Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bietet mit den Fachbereichen Kunst und Design ein unverwechselbares Profil mit exzellenten Ausbildungs- und Studienbedingungen an. Mit über 1.100 Studierenden zählt sie zu den größten Kunsthochschulen Deutschlands. Visionäres Denken und Gestalten werden in den 20 Studiengängen ebenso gefördert wie die Entwicklung berufspraktischer Fähigkeiten. Die Hochschule verfügt über hervorragend ausgestattete Ateliers und Werkstätten und ist mit zahlreichen Forschungseinrichtungen, Institutionen und Unternehmen vernetzt.
Die BURG bietet Bachelor-, Master-, Diplom- und Staatsexamensabschlüsse (Lehramt) an. Außerdem besteht die Möglichkeit im Fachbereich Kunst ein Meisterschülerstudium zu absolvieren. In beiden Fachbereichen verfügt die BURG über das Promotionsrecht. Die Kunsthochschule unterhält zahlreiche Kooperationen mit Partnerschulen weltweit, ist Partner*in im Cumulus-Verbund internationaler Kunst- und Designhochschulen und ebenfalls im europäischen Verband ELIA organisiert.