2D Colour

Part of the Design Fundamentals

Das Farbensehen ist eine Sinneswahrnehmung: es dient unserer Orientierung und Kommunikation, es bildet Identitäten. Die bewusste Wahrnehmung und der bewusste Einsatz von Farbe als fächerübergreifendes ästhetisches Ausdrucks- und Gestaltungsmittel ist Lehrinhalt und Ziel in der Auseinandersetzung mit Farbe. 

Folglich geht es zunächst auch darum, die Aufmerksamkeit der Studierenden auf das Phänomen Farbe zu lenken und für spezifische Farbwahrnehmungen zu sensibilisieren - Farbempfindungen sind subjektiv, Farbe ist abhängig vom Kontext, vom Raum, vom Licht und von ihrer jeweiligen materiellen Erscheinungsform.

Anhand von gezielten Themenstellungen und unter Verwendung unterschiedlicher Malmittel und Materialien werden die Vielschichtigkeit und Relativität von Farben untersucht, ihre Ausdrucksqualitäten, bezogen auf Fläche, Form und Raum erforscht, ebenso wie die Wechselwirkungen der Farben untereinander, also das, was zwischen den Farben geschieht: Farbgebung, Farbstimmung, Farbkombinationen, Farbakkorde, Farbkontraste.

Die gesammelten Erfahrungen und Fragestellungen, der zielgerichtete Einsatz von Farbe und die gestalterischen Entscheidungen der Studierenden werden anhand der entstandenen Skizzen, Studien und Entwürfe gemeinsam besprochen, verglichen und reflektiert. 

Die Bedeutung der Farbe als Bestandteil einer Kultur des Visuellen wird, begleitend zur Praxis, auch durch theoretische Inhalte - Farbe und Sprache, Farbsysteme, Farbtheorien, Farbe in der Kunst, Farbe in der Werbung - vermittelt. Klar ist: Farbe ist interdisziplinär und in vielfältiger Weise im Kontext der verschiedenen Studiengänge präsent.

abgeschlossene Projekte

KLARA MILLEK: In Touch
In der Begegnung von weichen und scharfkantigen, von schweren und luftig-leichten, von entspannten, starren und gedehnten Materialien entsteht in In Touch ein Spiel mit der Balance: Wer hält, wer stützt was? Wie kann ein Gleichgewicht hergestellt werden? Als Gruppe schafft die sechsteilige Arbeit einen Raum, dessen Teile sich zwischen Figuren und unterschiedlichen physischen wie emotionalen Zuständen eines Körpers bewegen. Während die verschiedenen Teile selbst körperliche Erfahrungen bilden, greifen sie zugleich auf Erfahrenes zurück. In Touch bietet Raum für unterschiedliche Körperwahrnehmungen, aber auch für die Zustände des Ausgebremstseins und der Erschöpfung. Die Gegebenheit von Krankheit, die Verletzlichkeit von Körper und Psyche wie auch deren lebendigen Selbstheilungskräfte scheinen durch. Angesichts der unumgänglichen Verbindung mit der menschlichen wie nicht-menschlichen Umgebung, fragt die Arbeit: Was heißt es, körperlich anwesend zu sein? Was bedeutet es, im Spannungsfeld eines materiellen und sozialen Gefüges zu stehen? Und wie wollen wir mit unserer Umgebung in touch sein?