2D Colour

Part of the Design Fundamentals

Das Farbensehen ist eine Sinneswahrnehmung: es dient unserer Orientierung und Kommunikation, es bildet Identitäten. Die bewusste Wahrnehmung und der bewusste Einsatz von Farbe als fächerübergreifendes ästhetisches Ausdrucks- und Gestaltungsmittel ist Lehrinhalt und Ziel in der Auseinandersetzung mit Farbe. 

Folglich geht es zunächst auch darum, die Aufmerksamkeit der Studierenden auf das Phänomen Farbe zu lenken und für spezifische Farbwahrnehmungen zu sensibilisieren - Farbempfindungen sind subjektiv, Farbe ist abhängig vom Kontext, vom Raum, vom Licht und von ihrer jeweiligen materiellen Erscheinungsform.

Anhand von gezielten Themenstellungen und unter Verwendung unterschiedlicher Malmittel und Materialien werden die Vielschichtigkeit und Relativität von Farben untersucht, ihre Ausdrucksqualitäten, bezogen auf Fläche, Form und Raum erforscht, ebenso wie die Wechselwirkungen der Farben untereinander, also das, was zwischen den Farben geschieht: Farbgebung, Farbstimmung, Farbkombinationen, Farbakkorde, Farbkontraste.

Die gesammelten Erfahrungen und Fragestellungen, der zielgerichtete Einsatz von Farbe und die gestalterischen Entscheidungen der Studierenden werden anhand der entstandenen Skizzen, Studien und Entwürfe gemeinsam besprochen, verglichen und reflektiert. 

Die Bedeutung der Farbe als Bestandteil einer Kultur des Visuellen wird, begleitend zur Praxis, auch durch theoretische Inhalte - Farbe und Sprache, Farbsysteme, Farbtheorien, Farbe in der Kunst, Farbe in der Werbung - vermittelt. Klar ist: Farbe ist interdisziplinär und in vielfältiger Weise im Kontext der verschiedenen Studiengänge präsent.

abgeschlossene Projekte

Skyway - Reanimierung einer Förderbrücke der Buntgarnwerke in Leipzig - Teilhabe und Nachbarschaft durch Öffentlichkeit
Bestandsgebäude Die Buntgarnwerke an der Weißen Elster in Leipzig-Plagwitz sind Deutschlands größtes Industriedenkmal der Gründerzeit. Zur Jahrhundertwende waren hier rund 14.000 Menschen beschäftigt. Nach der Privatisierung des Objekts durch die Treuhandgesellschaft im Jahr 1995 wurde der Gebäudekomplex in insgesamt 125 Eigentumswohnungen aufgeteilt. Eine Gleisbrücke über den Fluss wurde dabei abgerissen. Erhalten geblieben ist eines der meistfotografierten Bauwerke in Leipzig – eine zweigeschossige Förderbrücke, die heute nichts mehr miteinander verbindet. Hintergrund Die zunehmende Privatisierung von Stadträumen schafft neue Grenzen und schränkt öffentliche Räume sowie Möglichkeiten für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe ein. Viele räumliche Potenziale liegen heute im Privaten und sind kaum noch öffentlich zugänglich. Welche räumlichen Eingriffe können dazu beitragen, private Strukturen wieder mit der Öffentlichkeit und der Stadt zu vernetzen? Welche Bedeutung hat die gemeinsame Nutzung halböffentlicher Räume für Bewohner*innen, Nachbarschaften und Gäste? Und welche Erfahrungen machen Menschen, wenn sie private Räume als Teil des Stadtraums nutzen? Aufgabe Im Projekt Skyway wird das Potenzial der stillgelegten Brücke über den Fluss untersucht. Sie soll zu einem Ort der Teilhabe und Nachbarschaft reaktiviert werden. Die im Rahmen des Projekts entstehenden Konzeptansätze sollen aufzeigen, wie die Brücke in ihrer exponierten Lage als Vermittlerin zwischen privatem und öffentlichem Raum neu interpretiert werden kann. Dabei geht es um Gestaltungsprinzipien, die eine achtsame Haltung zum Bestand mit ihrer Backsteinfassade, ihrem Stahlfachwerk und historischen Spuren offenbaren.