Learning/Unlearning from Bauhaus

Schrift und Typografie (Aufbaumodul)
Prof. Andrea Tinnes
9. Semesterwoche, WiSe 2018/19, ab 2. Studienjahr, Raum 210 NLG

Einleitung
Zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses im Jahr 2019 findet im Vorfeld eine intensive Auseinandersetzung mit den Ideen des Bauhauses aus unterschiedlichen Positionen statt. Zahlreiche Institutionen, Wissenschaftler*innen und Gestalter*innen haben sich zum Ziel gesetzt, die historische Bedeutung des Bauhauses sowie dessen Rezeption kritisch zu evaluieren, um die utopischen Potentiale für die Gegenwart produktiv zu machen.
Auch wir möchten uns in den Diskurs aus der Perspektive von Schrift und Typografie einbringen. Unter dem Motto »Learning/Unlearning from Bauhaus« untersuchen wir Grundideen des Bauhauses hinsichtlich der proklamierten »Neuen Typographie« ebenso wie Methoden einer gemeinsamen kollaborativen Praxis. Während wir einerseits die Potentiale der »Bauhaus-Typografie« in verschiedenen Aufgabenkonstellationen ausloten und uns typografische Herangehensweisen aneignen, versuchen wir andererseits durch die Methode des »Verlernens« eine eigenständige Position jenseits des kanonisierten Bauhaus Vokabulars zu entwickeln.
Die Ergebnisse unserer Auseinandersetzung mit dem Bauhaus werden in einer gemeinsamen Publikation veröffentlicht.

Ein kollektives Manifest für die Kunsthochschule der Zukunft
Der Kollektivgedanke und kooperative Prozesse haben am Bauhaus zweifelsohne eine wichtige Rolle gespielt. In dieser Woche wollen wir deswegen die Idee eines gemeinschaftlichen und vernetzenden Arbeitens aufgreifen, um gemeinsam Ideen und Gestaltungsansätze zu entwickeln und umzusetzen. Das heißt, in einer kollektiven Gruppenarbeit von drei bis vier Studierenden soll eine Vision oder Utopie der Kunsthochschule von morgen im Kontext von Lerngemeinschaft, Gesellschaft, Politik und Gestaltung entwickelt werden. Dabei beschäftigen wir uns mit zwei wesentlichen Themenkomplexen des Bauhauses: zum einen »Gestaltung und Gesellschaft« und zum anderen »Lehren und Lernen«.
Im Themenkomplex »Gestaltung und Gesellschaft« stellen wir uns folgende Fragen: Kann Gestaltung Gesellschaft und Alltag verändern? Wenn ja, wie kann Gestaltung Veränderung bewirken und was sind ihre emanzipatorischen Möglichkeiten? Wie müssen Gestalter*innen agieren, um Veränderungsprozesse in der Gesellschaft anzustoßen? Welche großen Gestaltungsaufgaben müssten zur Zeit bewältigt werden? Gibt es aktuelle Bezüge, z. B. Positionierungen für eine weltoffene Hochschule und die Freiheit der Kunst?
Im Themenkomplex »Lehren und Lernen« werden folgende Fragen verhandelt: Wie soll sich eine Kunsthochschule in der ersten Hälfte des 21. Jahrhundert positionieren? Welche Aufgaben übernimmt sie? Wie wird Wissen vermittelt? Welche Lernformate, pädagogischen Modelle und partizipativen Projekte werden praktiziert? Wie werden Kreativität, Originalität und Innovation gefördert? Wie sind die Produktions- und Lernräume ausgestaltet? Welche Rolle spielen zukunftsweisende Technologien? Mit welchen Themen wird sich auseinander gesetzt?

Aufgabenstellung

Diskutiert innerhalb der Gruppe eure Vorstellungen und Erwartungen an eine für euch ideale Kunsthochschule unter Berücksichtigung der beiden Themenkomplexe. Formuliert eure Vision, Utopie oder Forderung in einem Satz oder einer Sammlung von zentralen Begriffen. Diese Textarbeit soll anschließend in Form einer gemeinsamen kollektiven Collage typografisch umgesetzt werden. Überlegt euch, wie ihr die gestalterische Zusammenarbeit organisiert, also wer zum Beispiel welchen Part der Collage übernimmt und ob, und wenn ja, welche zusätzlichen Elemente wie Fotos, Zeichnungen, Formen oder grafische Fundstücke verwendet werden können.
Es geht im Wesentlichen darum, eine Ästhetik des Kollektiven zu entwickeln. Und während unsere inhaltliche Auseinandersetzung deutlich von den Ideen des Bauhauses inspiriert ist, soll in der ästhetisch-formalen Auseinandersetzung im Sinne von »Unlearning« ein eigenständiges visuelles Vokabular entwickelt und neue Arbeits- prozesse und Arbeitsmethoden erforscht werden. Die Forderungen und Visionen aller Gruppen ergeben ein gemeinsames Manifest, welches wir am Ende der Woche in einer gemeinsamen Performance zelebrieren. Darüber hinaus können wir das Campus Billboard am NLG nutzen.


Format, Farbe und Abgabetermin:
— werden kollektiv bestimmt
Abgabe
— verpackte InDesign-Dateien + .idml und PDF 

— gedrucktes Medium, z. B. Plakat

Werkzeuge:
Mitzubringen sind: wenn vorhanden Laptop, Kamera/Fotoapparat, Arbeitsmaterialien wie Mal- und Zeichenutensilien, Papiere und Schneidwerkzeuge, Verlängerungskabel, etc. Im Raum vorhanden sind Drucker, Scanner und diverse Schriftmusterbücher.

Woche 9
Zeitraum: 10.12. bis 14.12.2018
Start: Mo, 10.12.2018, Raum 210 NLG, 10:00 Uhr
Präsentation: Fr, 14.12.2018, Raum 210 NLG, 13:00 Uhr

 

 

Lehrende(r)

  • Prof. Andrea Tinnes

Studienjahr

ab 2. Studienjahr

Kursbeginn

10.12.2018

Ort

Raum 210 NLG

Zeit

10:00

Lehrende(r)

  • Prof. Andrea Tinnes

Studienjahr

ab 2. Studienjahr

Kursbeginn

10.12.2018

Ort

Raum 210 NLG

Zeit

10:00