Utopie

Schwerpunkt-Projekt Editorial, Sommersemester 2017, Prof. Anna Berkenbusch, Dipl. Des. Carla Streckwall

In Zeiten, in denen Weltpolitik mit 140 Zeichen gemacht wird und überall dystopische Bilder von der Zukunft kursieren wird sich das Sommersemester-Seminar im Schwerpunkt Editorial mit dem Thema Utopie beschäftigen, dem Traum von einer gerechten Welt. 

Die Utopie als Idee ist mehr als 500 Jahre alt. Ausgehend vom Text von Thomas Morus über die „neue Insel Utopia“ von 1516 wird die Seminargruppe sich mit diesem Thema in Bezug auf Design beschäftigen. Der Begriff Utopie ist ein von Morus erfundenes Kunstwort für einen Unort, einen idealen Ort, den es nicht gibt, an dem alle Menschen gleichberechtigt sind.

Mit Utopie wird zunächst die Idee einer Staatsform verbunden. Morus führt sie als Begriff für ein Gesellschsftmodell ein, das als notwendiger Ausweg aus der real existierenden sozialen Not angesehen wird. Schon hier ist die Vorstellung von Utopie eng mit den Auswirkungen des frühkapitalistischen Wirtschaftssystems verbunden. 

Die Gegenentwürfe zur Ausbeutung und Ungerechtigkeit, d.h. die sozialistischen Utopien, die wir aus unserer Zeit kennen, sind gescheitert ... In diesen Staaten war, wie bei Morus, die Utopie Staatsraison d.h. nicht als Experiment, sondern auf Dauer angelegt. 

Utopia hat noch ein anderes bedeutendes Merkmal: sie ist eine Insel und lebt vor allem in der Isolation.

Auch die Insel Kuba war eine mehr als 50 Jahre von der Welt abgeschottete Insel und die große Hoffnung der Intellektuellen nach der Revolution. Dieses Modell ist ebenfalls gescheitert und endete in einer totalitären Gesellschaftsform.

Der Begriff Utopie taucht seit den 60igern vermehrt im Kontext von Kunst, Architektur und als soziales Experiment auf, z.B. in Gemeinschaften, die durch Abschottung von der Welt neue Ideen vom Zusammenleben ausprobieren. In den letzten Jahrzehnten bezog sich utopisches Gedankengut auf technologische Aspekte und die Optimierung des Körpers für den Menschen der Zukunft.

Die Zeit ist reif, sich mit positiven Gesellschaftmodellen (Eutopien) auseinanderzusetzen und diese in den Fokus zu rücken. Gegen alle Unkenrufe beschäftigt 

Innerhalb des Seminars wird es einen Plakatworkshop zum Thema Utopie geben und wir werden verschiedene Gäste einladen.

 

Quellen:

  • Der Spiegel 52,2016 S.30/31, Nils Minkmar, Die neue Übersichtlichkeit
  • Die Zeit 15.12.2016 Nr. 52, S. 45ff, Titelthema Utopie,
  • Thomas Assheuer, Irgendwo im Nirgendwo 
  • Mohamed Amjahid und Gero Randow, Sehnsucht ohne Ort? Von wegen.
  • Forschung und Lehre, Volker Gerhard, Die Hoffnung ist nicht das einzige, was uns bleibt 1/17, 10 ff
  • Utopia, Magazin www.utopie-magazin.org
  • Ernst Bloch und Theodor W. Adorno über das Utopische, YouTube: www.youtube.com/watch

 

 

 

Lehrende(r)

  • Prof. Anna Berkenbusch

Studienjahr

ab 3. Studienjahr

Abschluss

Bachelor und Master

Lehrende(r)

  • Prof. Anna Berkenbusch

Studienjahr

ab 3. Studienjahr

Abschluss

Bachelor und Master