Master Photography • Thesis SoSe 2014

Studierende des MA Photography präsentieren ihre Abschlussarbeiten wieder in der Galerie „Raum Hellrot“. Das hochschulöffentliche Kolloqium und die Vernissage findet am 17.07.2014 ab 10:30 Uhr statt.

"anders normal - Leben mit Down-Syndrom", Master-Thesis, SoSe 2014

© Charlotte Sattler

Die aus Kolumbien stammende Raisa Galofre zeigt in ihrer Arbeit „hierzulande“ ihren persönlichen Blick auf Deutschland. Die Fotografien sind an den in der hispanoamerikanischen Literatur bekanntenMagischen Realismusangelehnt. Es sind Inszenierungen von Erfahrungen, die Raisa Galofre in Deutschland gemacht hat. „Ich stelle meine persönlichen Eindrücke und Vorstellungsbilder so getreu wie möglich, wie sie mir in diesen drei Jahre erschienen sind, dar und versuche somit […] meine derzeitige Umgebung neu zu entdecken.“ sagt die Studentin über ihre Arbeit.

Jan Kliewer reiste für seine Arbeit an die türkische Grenze zu Armenien, um den historischen und heute in Vergessenheit geratenen Ort Ani zu fotografieren. Einst war die Stadt eine der wichtigsten Stationen an der nördlichen Seidenstraße und Hauptstadt des Köngreiches Armenien. Heute liegt sie in der Türkei und die alten Gebäude, die an die große Zeit von Ani erinnern, sind weitestgehend sich selbst überlassen. Die letzten Bewohner der Gegend sind Hirten und Bauern, deren Tiere hinter der Stadtmauer weiden und die stolz auf ihre Ruinenstadt sind. „Ani. – Zwischen Stolz und Verfall“ heißt das Fotobuch von Jan Kliewer, in dem er den Ist-Zustand der Stadt dokumentarisch festgehalten hat.

„anders normal – Leben mit Down-Syndrom“ heißt die Arbeit von Maria Irl und Charlotte Sattler, die als Gemeinschaftsarbeit entstanden ist. In vier erzählerischen Portraits stellen die Studentinnen Menschen mit Down-Syndrom in ihrem täglichen Leben vor, die sich in unterschiedlichen Lebensphasen und Situationen befinden. Anlass zu dieser Arbeit gab ihnen ein neuer Test in der Pränataldiagnostik, der seit 2012 eine risikofreie vorgeburtliche Diagnostik des Down-Syndroms ermöglicht. Eine bioethische Diskussion in den Medien war die Folge. Maria Irl und Charlotte Sattler erfuhren dadurch viel über die Behinderung, Menschen mit Down-Syndrom begegneten ihnen im Alltag jedoch kaum. Mit ihrer Arbeit wollten sie Menschen mit Down-Syndrom kennenlernen und auch anderen die Möglichkeit bieten, einen Einblick in das Leben mit Down-Syndrom zu erhalten.

Die Arbeiten sind vom 18.-21.07. täglich von 11-18 Uhr im Raum Hellrot in der Martha-Brautzsch-Straße 19 zu sehen.