Zu den Sacri Monti hin.
Die Macht der Bilder prägt den Blick

Eröffnung 28.Mai 2015 17 Uhr/Ratshof Halle, Marktplatz 1,2.Etage
Im Rahmen der Ausstellungsreihe Plan F der Masterklasse Photographie Burg Giebichenstein

Foto:Rouven Faust

Beteiligte: Rouven Faust, Uwe Jacobshagen, Sophie Valentin, Angelina Perke, Walter Oppel, Daniel Kockro, Yvette Cruz, Prof. Rudolf Schäfer, Emanuel Mathias (künstlerischer Mitarbeiter)

"Die Macht der Bilder prägt den Blick, gibt dem Zeitvertreib Raum, schau, schau ... , und
das wachsame Auge dehnt sich um zu versuchen in eine breite Umlaufbahn die ganze
Realität des Lebens zusammen zu fassen. Aber immer noch bist du gezwungen deine
Sicht zu splittern, mit Segmenten fortzufahren, zu beobachten und beobachtet zu werden
als Gast, der gerade zu diesem Theater der Welt hinzukommt."
(Pier Giorgo Longo, Reiseführer des Blickes, zu den heiligen Bergen hin, L´Anima Felice, 2007)

Für das Semesterprojekt"Zu den Sacri Monti hin" begaben sich sieben Studierende auf eine fotografische Spurensuche in den Bergen des Piemont, genauer in dem zum Teil seit über 500 Jahre existierenden Kapellen der Sacri Monti, der Heiligen Berge, deren Besonderheit ist, dass sie biblische Geschichten in einer dreidimensionalen Zusammenschau von lebensgetreuen Terrakottafiguren erzählen. Für das einfache Volk als Ersatz einer Schriftenerzählung waren diese skulpturalen Tableau Vivants am Fuß der Voralpen errichtet wurden. Diese stark von Pilgern frequentierten Wallfahrtsorte hat auch der Philosoph Friedrich Nietzsche besucht."In Orta fing es an". Mit diesen Worten leitet Friedrich Nietzsche das Vorwort der ersten Ausgabe seines berühmten "Also sprach Zarathustra" ein, welches sie auf eine der wichtigsten Kappellenkonstellationen nahe des Sees Orta bezieht. Was hat dieser historische Ort heutigen jungen Menschen noch zu sagen? In wie weit kann das Medium der Fotografie dazu dienen, einen zeitgenössischen Blick auf diese hermetisch geschlossenen Narrationen zu richten? Die Ergebnisse, in Form einiger konzentrierter Studien, die entstanden sind, geben einen Einblick in die persönlichen Zugänge der einzelnen Fotografen.