Villa Paragone - Thesen zum Ausstellen

20. Designtheoretisches Symposion der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, 9. bis 11. November 2006 im Volkspark Halle

Eingeladen waren 30 Referenten, die sich aus unterschiedlichster Sicht mit dem Medium ‚Ausstellung’ befassen. Eingeladen sind aber auch alle, die sich für das Thema interessieren.

Da um die Themen Präsentation, Ausstellung oder Ausstellungsgestaltung eigentlich niemand herumkommt, der Design lehrt, studiert oder sich auch nur dafür interessiert, lohnt es sich auch für uns, einen Blick auf dieses älteste aller Medien, das Zeigen, zu werfen – und zwar für die Designpraxis ebenso wie für die Designtheorie.

Dass es – unter dem Titel ‚Villa Paragone’ – in dem Zusammenhang auch um das Prinzip des Vergleichs (paragone) geht, ist selbstverständlich, denn Ausstellen heisst immer auch: Vergleichen. Hinstellen ist das eine, Ausstellen etwas anderes – den Unterschied macht die Qualität des Vergleichens aus, und auch die Chance, das Verglichene als Vergleich zu erkennen und einzuordnen. Ausstellen ist nichts anderes als eine bestimmte Anordnung der Dinge vorzustellen, Ausstellungen besuchen nichts anderes als diese Ordnungen in die eigene Weltordnung zu integrieren – bestenfalls.

Im Rahmen des Symposions sollen die spezifischen Bedingungen und Möglichkeiten des Ausstellens besprochen werden, auch die Entwicklungsgeschichte des Ausstellens soll in Umrissen nacherzählt werden. Vor allem anderen geht es jedoch zunächst um den kaleidoskopischen Blick auf die vielfältigen Beziehungen zwischen Theorie und Praxis des Ausstellens, den wir riskieren wollen, auch wenn dieser Blick auf den ersten Blick unsystematisch scheinen sollte.

Das Symposion befasst sich mit dem Thema ‚Ausstellen’ unter anderem ausdrücklich auch mit dem Ziel, die Lücke zwischen Design und Ausstellungsinhalten bzw. den Vorgaben der Ausstellungskonzeption und den gestalterischen Möglichkeiten zu diskutieren – und vielleicht sogar zu überbrücken. Denn auf diesen Link kommt es beim Ausstellen nun einmal auch immer an: Wie präsentiert man repräsentativ? Aus dem Grund sollen auf dem Treffen nicht nur theoretisch Thesen und Analysen zur medialen Konzeption des Ausstellens erörtert werden, sondern auch praktische Konzepte und Methoden der Umsetzung. Das betrifft unterschiedlichste Disziplinen und Kompetenzen: Museen und Museologen, Designer und Sammler, Historiker und Szenografen, Ausstellungsmacher und Konservatoren, Dekorateure und Journalisten, Messebauer und Grafiker oder Architekten und Philosophen – zum Beispiel.