Einblicke in die Textilrestaurierung

Am Dienstag, 7. März 2017 um 15 Uhr stellt Birgit Läbe, Restauratorin in der Textilmanufaktur der BURG, die aktuellen Restaurierungsmaßnahmen eines Läufers von Gunta Stölzl aus der Webwerkstatt des Bauhaus Dessau (1929) vor.

Detailaufnahme des Läufers von Gunta Stölzl aus der Webwerkstatt des Bauhaus Dessau, 1929. Foto: Birgit Läbe

In der Textilmanufaktur auf dem Campus Design der BURG wird derzeit ein Läufer von Gunta Stölzl aus dem Jahr 1929 für die Ausstellung „Handwerk wird modern. Herstellen am Bauhaus“ restauriert, die vom 13. April 2017 bis 7. Januar 2018 im Bauhaus Dessau zu sehen sein wird.

Die Textilrestaurierung möchte einen Einblick in die Restaurierungsmaßnahmen geben und lädt alle Interessenten herzlich am 7. März 2017 um 15 Uhr in die Textilrestaurierungswerkstatt ein. Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich und richtet sich an alle Studierenden der Fachbereiche Kunst und Design, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Professorinnen und Professoren der BURG.

Als Leiterin der Webwerkstätten am Bauhaus Dessau war Gunta Stölzl an zahlreichen Entwürfen für bedeutende Teppiche und Webereien beteiligt. Sie prägte damit wie keine andere den Bauhaus-Stil entscheidend mit. Eine Aluminiumplakette mit dem Logo BAUHAUS DESSAU auf dem Läufer verweist auf dessen Herkunft und Originalität. 

Ziel der Restaurierung ist die langfristige Sicherung der vorhandenen Originalsubstanz, um den weiteren Verfall zu verhindern. Zudem soll die Qualität des ursprünglichen Zustandes wieder erfahrbar gemacht und die ästhetische Aussage des durch Gebrauchsschäden beeinträchtigten Objekts wieder in angemessener Weise hergestellt werden. Beim Restaurierungskonzept wurde auch dem Wunsch des Auftraggebers entsprochen.

Um die Gesamtaussage des Objekts wieder erlebbar zu machen und um Informationen über Funktion und Gebrauch zu erhalten, ist es  im Rahmen der Restaurierung notwendig, Fehlendes zu ergänzen: das heißt, entsprechend der authentischen Originalmaterialien die Substanz dort neu zu ergänzen, wo das Original nicht mehr vorhanden ist und dadurch Fehlstellen optisch zu schließen. Bei der Ergänzung kommen auch authentische Materialien und Techniken zur Anwendung, die durch Einfärben der Garne an die originale Umgebung optisch angeglichen werden.