Albers-Fenster im GRASSI Museum rekonstruiert

Die legendären Josef-Albers-Fenster im GRASSI Museum Leipzig sind rekonstruiert. Die künstlerische Leitung der Wiederherstellung lag bei Christine Triebsch, Professorin für Malerei/Glas an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

 

Seit wenigen Wochen können Besucher des GRASSI Museums Leipzig die vom Dessauer Bauhaus-Künstler Josef Albers 1926 entworfenen und jetzt mit Hilfe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Leipzig rekonstruierten Fenster im Treppenhaus des Gebäudes bewundern.

85 Jahre nach der Beauftragung der Fenster und 68 Jahre nach deren Zerstörung feiert das Museum am kommenden Sonntag, dem 4. Dezember 2011 die Wiederherstellung dieses einzigartigen Kunstwerks der Moderne. 1926 von Josef Albers entworfen, 1927 von Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff gefertigt und eingebaut, wurden die 18 bis zu 7 Meter hohe Flachglasfenster während des Zweiten Weltkrieges 1943 zerstört. Nach Kriegsende ersetzte man die gestalteten Fenster durch einfaches Fensterglas.

Herausragendes Kennzeichen der Albers-Fenster ist das mundgeblasene Doppelüberfangglas. Es besteht aus einem klaren Trägerglas mit einem opaken weißen Überfang und einem Farbüberfang. Dieser doppelte Überfang bewirkt unter anderem, dass bestimmte Partien von innen betrachtet dunkel, von außen gesehen hingegen hell erscheinen. Akzentuiert wird das Glas durch flächig aufgetragenes Schwarzlot sowie horizontale und lineare Schliffe.

Lange galten die Fenster als verloren. 1996 ergaben museumseigene Recherchen in der Berlinischen Galerie, die den Nachlass der Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff verwahrt, dass von elf der achtzehn Fenster die originalen Aufrisskartons im Maßstab 1:1 und Fotografien der Entwürfe vorhanden sind.

Seit 1998 suchte das GRASSI Museum intensiv nach fachlich qualifizierten Glaswerkstätten, die der anspruchvollen Aufgabe gewachsen sein würden, die Fenster wiederherzustellen. Seit 2008 beschäftigen sich Wilhelm Peters (Glasmalerei Peters Paderborn) und die hallesche Künstlerin Christine Triebsch mit den künstlerischen und technischen Fragen der Rekonstruktion. Christine Triebsch, die als Professorin die Studienrichtung Bild/Raum/Objekt/Glas an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle leitet, arbeitet schon seit zwanzig Jahren mit der Paderborner Glaswerkstatt zusammen. In ihrem künstlerischen Werk dominieren Installationen und architekturbezogene Glasarbeiten. Beispielsweise entwarf sie, gemeinsam mit dem Bildhauer Bernd Göbel, für das Technologie- und Gründerzentrum in Halle eine rahmenlose gläserne Gebäudehülle, innen schwarz beschichtet und außen mit weißer Emailfarbe bedruckt.

Kontakte und Informationen:
GRASSI Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig
Tel.: 0341/ 22 29 100, www.grassimuseum.de

Ansprechpartner für kunsthistorische Informationen:
Dr. Olaf Thormann, Stellvertretender Direktor
Tel.: +49 (0)341 22 29 101, grassimuseum(at)leipzig.de
Ansprechpartnerin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Anett Lamprecht (Leitung Presse/ Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: +49 (0)341 22 29 104, anett.lamprecht(at)leipzig.de

Ansprechpartnerin für die künstlerische Projektleitung:
Prof. Christine Triebsch
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
triebsch(at)burg-halle.de
0345 – 7751 640 / 5511543

Hochschul-Pressestelle / 29. November 2011