Jakob Baum erhält Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes

Jakob Baum, Fachgebiet Bildhauerei Figur, 4. Studienjahr 2016

„Meine Arbeiten sind Stückwerke. Kleine Teile, welche versuchen, ein Ganzes zu beschreiben. Fragmente, Rudimente, Brocken. Plastisch der Lebensgröße verschrieben, ist es mir tatsächlich nur möglich, sehr kleine Ausschnitte einer großen, vielleicht unendlichen Landschaft zu zeigen. Grafisch und in meinen Reliefs versuche ich der Bildhandlung eine weitere Dimension, Tiefe und einen Horizont zu geben. Die technische Unmöglichkeit das Ganze zu beschreiben, geschweige denn, dem inhaltlichen Begreifen des Ganzen, der Fakt, dass es immer nur einen Versuch darstellt, macht einen wichtigen Teil meines Antriebs aus. Weniger als es frustriert, steigert es die Neugierde und Motivation in einer Welt zu forschen, die noch zu ihrem größten Teil im Schatten liegt. Das Atelier ist eine Ausgrabungsstätte. Meine plastischen Bilder werden aus Schlamm geboren um schließlich in fester Substanz wie Gips oder im Beton zu erstarren und dadurch konserviert zu werden. Das Modellieren eines Bildfragments in weichem Ton bildet oft den Ausgangspunkt einer Komposition. Oft werden auch direkt Negative in Ton modelliert oder Positive in Ton wieder abgedrückt, welche dann schließlich wörtlich, wie im übertragenen Sinne, ausgegraben werden. Assembliert, restauriert und wiederentdeckt. Ein ruinöser, zerbrechlicher Charakter stellt sich immer ganz automatisch ein. Am Anfang ist oft eine diffuse Fotografie und ein Haufen von Ahnungen Auslöser für eine Arbeit...“