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Ausstellung der deutschen Projekte
im Haus der weltweiten Projekte expo 2000
Gesamtkonzeption und Regie:
Baumm Medien+Design AG, München
Mitarbeit bei der Konzeption der Ausstellung, des Ausstellungs-Systems
und des Masterplans der Ausstellung (1999):
Guido Englich
Das weltweit größte ‚Public-Private-Programm‘ zum Thema Agenda 21, die Weltweiten Projekte in Deutschland, nahm 1994 in Niedersachsen seinen Anfang. Anläßlich der EXPO 2000 in Hannover entstand die Idee, durch konkrete, ebenso anschauliche wie erlebbare Projekte nachhaltige Lösungsmuster für gegenwärtige Probleme darzustellen. Sie sollten innovativ, beispielhaft und vor allem in der Realisierung auch übertragbar sein auf andere Regionen der Welt. Inhaltlich waren die Projekte den Themen des EXPO 2000-Themenparks angelehnt.
Präsentation der Parameter für ein modulares Ausstellungssystem,
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Präsentation der Konzept-Parameter
Vorgestellt werden die konzeptionellen Grundlagen eines modularen Ausstellungssystems. Ausgangspunkt ist das Leitthema „Globales Netzwerk für eine nachhaltige Zukunft“, aus dem sich eine Ausstellungstopologie ableitet, die als organisch, transparent, kommunikativ und fließend beschrieben wird. Die über 30 deutschen Projekte werden vier Themenbereichen zugeordnet (Natur, Mensch, Technik, Nachhaltigkeit/Zukunft), die farbig im Raum gekennzeichnet sind.
Zentrales Prinzip ist die Differenzierung in sechs Erlebnis- und Erfahrungsebenen: orientieren, anschauen, lesen, beobachten, ausprobieren, begreifen – von rein visuell bis haptisch erfahrbar. Diesen Ebenen werden konkrete Informationsträger zugeordnet: Leitsystem-Elemente, Displayflächen (opak/transparent/transluzent, auch selbstleuchtend), Podeste und Vitrinen für Exponate.
Die modularen Elemente lassen sich zu verschiedenen Raumkonfigurationen kombinieren – linear, gewinkelt, bogenförmig, stern- oder kreuzförmig – und ermöglichen so eine individuelle Darstellung jedes Projekts. Ergänzende Elemente wie Terminal-Wände (für CD-ROM-Präsentationen), Sit-Down-Wände (Ruhe- und Treffpunkte) sowie mobile „Home Units“ als persönlicher Stauraum für Projektbetreuer runden das System ab. Als Ausblick ist ein Planungs-Manual für alle Projektteilnehmer vorgesehen.
Die interaktive Displaystruktur,
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Interaktive Displaystruktur
Ausformulierung der konstruktiven und dramaturgischen Konzeption der Einzeldisplays. Kernidee ist die Erweiterung des flachen, statischen Displays zu einem dreidimensionalen Bühnenbild durch drei übereinandergelegte Ebenen:
Ebene –1 (hinter dem Display): Raum für Technik (Flachbildschirme, Lautsprecher, Rechner), Lichtquellen und versteckte Exponate, die durch Fenster im Display sichtbar werden.
Ebene 0 (die Displayfläche selbst): 270 × 200 cm, aufgelöst in drei Segmente à 90 × 200 cm, ausführbar als opake, transparente oder transluzente Fläche, beidseitig bedruckbar, ergänzbar durch Leuchtdioden und Schalter.
Ebene +1 (vor dem Display): Raum für additive Elemente – statische, verschiebbare, drehbare oder klappbare Flächen, Exponate, Beleuchtung.
Durch das Zusammenspiel dieser Ebenen mit Licht, Transparenz und Beweglichkeit entstehen vielfältige dramaturgische Mittel: Einblenden/Ausblenden, Vorher/Nachher-Vergleiche, Frage/Antwort, Metamorphose, Überblendung. Das System ist bewusst als offenes Instrumentarium gedacht, das von den einzelnen Projektentwicklern weitergesponnen werden kann. Die Trägerstruktur selbst tritt dabei bewusst zurück – sie wird Teil der Architektur, damit das Bühnenbild und das Informationsdesign in den Vordergrund treten.
Das Ausstellungskonzept,
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Ausstellung der deutschen Projekte
im Haus der weltweiten Projekte, Expo 2000
Ausstellungskonzept und Masterplan
Die zentrale Aufgabe bestand darin, über 30 dezentrale deutsche Nachhaltigkeitsprojekte (Agenda 21) in einem einzigen Ausstellungsraum des Deutschen Pavillons erlebbar zu machen – eine besondere Herausforderung angesichts der inhaltlichen Vielfalt und der räumlichen Komplexität.
Axonometrische Ansicht der Ausstellungsstruktur
Raumkonzept: konzentrische Kreise und radiale Segmente
Kernidee des Entwurfs ist eine klare geometrische Ordnung: Von der zentralen „Piazza“ strahlen radial sechs Themensegmente aus. Die Piazza selbst ist zur Ausstellung hin durch eine halbkreisförmige Anordnung von Leittafeln begrenzt, die dem Besucher eine erste Orientierung über die dahinterliegenden Themenräume geben und einen selbsterklärenden, niedrigschwelligen Zugang ermöglichen. Eine Infotheke – durch eine Glaswand von den Besucherströmen abgeschirmt – dient u.a. der Ausgabe von Smartcards.
Die sechs Themengruppen und ihre Inszenierung
Die deutschen Projekte wurden sechs Themengruppen zugeordnet. Jede Gruppe erhält eine „Erlebnisinsel“, auf der das übergreifende Thema sinnlich erfahrbar gemacht wird. Raumhohe Quader (2,80 m breit, 40 cm tief) fungieren als Module für interaktive Bühnenbilder: Jede Längsseite eines Quaders präsentiert je ein Einzelprojekt – die Quader sind also beidseitig bespielbar und trennen zugleich die Themensegmente räumlich voneinander.
Rückprojektion als dramaturgisches Mittel
Die gesamte Fensterseite des Ausstellungsraums wird geschlossen und als Projektionsfläche genutzt. Die geschwungene Form der Rückwände hat dabei eine doppelte Funktion: Sie schließt die Raumsegmente formal ab und richtet die Projektionsflächen axial auf den jeweiligen Themenbereich sowie auf das Zentrum der Piazza aus – was eine starke räumliche Tiefenwirkung und dramaturgische Spannung erzeugt.

