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Der MacReiseführer in seiner dritten Version,
erscheint 1991 beim Rowohlt Taschenbuch Verlag,
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MacReiseführer
Grafik, Scannen, Typo und Layout in sechs erlebnisreichen Touren
Anna Wagner und Guido Englich, 351 Seiten, ISBN 3-499-18193-2
Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1991
Mit dem „MacReiseführer“ beginnt der Rowohlt-Verlag eine Buchreihe über die Gestaltungs-Möglichkeiten an Macintosh-Computern.
In der Gestaltung gehen wir mit diesem Buch weit über bis dahin gewohnte Standards des Verlags hinaus. Das bleibt nicht ohne Folgen: Als „ein in seiner ästhetischen wie didaktischen Konzeption herausragendes Buch, das zugleich die Möglichkeiten der neuen Technik darstellt und verkörpert…“ wird der „MacReiseführer“ von der Stiftung Buchkunst im Wettbewerb der „Schönsten Bücher 1991“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Der MacReiseführer ist die dritte und komplett überarbeitete und aktualisierte Fassung der Vorläufer: MacReiseführer beim Systhema-Verlag und dem ersten MacReiseführer, den wir 1989 im Selbstverlag in einer Auflage von 200 Stück hergestellt und publiziert haben.
Die Entstehungs-Geschichte des MacReiseführer
Vom Selbstverlag …
Der erste MacReiseführer entstand 1989 als Projektarbeit noch während unseres Designstudiums an der HdK (Hochschule der Künste) in Berlin. Anstelle einer klassischen Technologie-Arbeit, wie sie im Hauptstudium als Rechercheaufgabe verpflichtend war, sahen wir die neuen Möglichkeiten für entwerferisches Arbeiten mit dezentral verfügbaren Computern wie dem Macintosh als eine zukunftsweisende Technologie, die es zu erforschen und zu beschreiben lohnte. So entstand sukzessive eine umfangreiche Arbeit, von der wir annahmen, dass sie auch für andere interessant sein würde und liessen schliesslich auf einem damals brandneuen Kopierer mit dem Modellnamen „Venture”, der doppelseitig drucken und binden konnte, 200 Exemplare als Buchblöcke herstellen, bei befreundeten Siebdruckern einen Umschlag für englische Broschur drucken, beim Buchbinder verarbeiten – und hatten am Ende einen Stapel von Büchern. Der Bibliothekar der Hochschule bot uns an, das Buch in der HdK-Bibliothek auszulegen – innerhalb von 2 Wochen waren alle Exemplare zum Selbstkostenpreis von 30 DM verkauft.
… zum gebundenen Hardcover beim Systhema Verlag …
In dieser Zeit begannen wir für Borland zu arbeiten, einem Software-Unternehmen in München, das vom Typografen Rudolf Paulus Gorbach beraten wurden. Ohne dass wir davon Kenntnis hatten, zeigte Gorbach das Buch mit Begeisterung einem jungen Verlag in München, den er ebenfalls beriet … und prompt hatten wir einen Vertragsentwurf vom Systhema-Verlag im Briefkasten (emails für private Nutzer gab es damals noch nicht), der das Buch als gebundene Ausgabe verlegen wollte.
… bis zum Rowohlt Taschenbuch …
Ein Jahr später führte die Eigendynamik des Buches und der Thematik dazu, dass der Rowohlt-Taschenbuchverlag bei uns vorstellig wurde. Rowohlt hatte vom Systhema-Verlag die Rechte für das Buch erworben und wollte es nun als Taschenbuch heraus bringen – bislang umfasste die Computerliteratur des Verlages nur PC-Themen. Bei Rowohlt dachte man, es würde genügen, das vorhandene Buch auf Taschenbuchformat zu verkleinern. Wir dachten das nicht, sondern wollten eine sowohl inhaltliche als auch gestalterische Neufassung!
Mit Ludwig Moos hatten wir den besten Lektor und Herausgeber zur Seite, den man sich wünschen kann. Moos war der Erfinder der „Anders reisen” Reihe im Rowohlt-Verlag und hatte unter dem Pseudonym Grobian Gans das höchst originelle Buch „Die Ducks – Psychogramm einer Sippe” veröffentlicht.
… und dem „Schönsten Buch 1991”
Ludwig Moos unterstützte (und verteidigte) insbesondere unsere für den Verlag höchst ungewöhnliche Konzeption und Gestaltung des Buches mit dem strategisch raffinierten Argument: Das ist ein Buch zu Apple Macintosh, das liest doch eh keiner. – Moos war es dann auch, der das Buch zum Wettbewerb für die „Schönsten Bücher 1991” bei der Stiftung Buchkunst einreichte. Spätestens nachdem das Buch hier die höchste Auszeichnung erhielt, war dann auch der Verlag von Konzeption und Gestaltung überzeugt.
MacReiseführer
In 6 MAC-Touren vom Einstieg bis zur Computergrafik
Anna Wagner und Guido Englich, 240 Seiten, ISBN 3-89390-331-3
Der zweite MacReiseführer erscheint als gebundenes Buch
verlegt beim Systhema-Verlag München, 1989
MacReiseführer
Ein Werkstatt-Buch in 6 Touren
Anna Wagner und Guido Englich, 220 Seiten
Der erste MacReiseführer erscheint im Juni 1989,
200 Exemplare im Selbst-Verlag hergestellt und vertrieben
Kommentar von Nick Roericht:
der mac-reiseführer hat grosse bedeutung für mich, eigentliche mehrere. zunächst war es eine auseinandersetzung mit einem völlig neuen metier, dann war es ein tribut an den mac, dann war es der mut von anna wagner und guido englich, sich so stark mit einer sich soeben erst entwickelnden materie auseinander zu setzen bzw. kopfüber einzusteigen. schliesslich die evolution dieser arbeit, dieses neulings: erst eine projekt-arbeit, dann ein büchlein im selbstverlag, dann ein fach-verlag dazwischen und schliesslich bei computer rororo.
und heute betrachten wir das büchlein mit der gleichen bewunderung und freude wie wir modell-eisenbahnen behüten: und müssen uns vor der verführung fürchten, das damals gewesene als das viel schönere, erstrebenwertere zu verhimmeln. tatsächlich bedauere ich, dass sich artefakte die sich z.b. zu macintosh-beginn, z.b. im verein mit mac-vison als äusserst orginäre, als neu und ganz einzigartige abzeichneten von stumpfem realismus, perfektionismus verdrängen liessen: es ging der entwicklung offenbar einzig und allein darum, endlich die tomate so foto-realistisch abzubilden wie sie der himmel nie gesehen hat.
lisa: nimm es als erbauung, als gute übung zur durchsetzung. und wenn du anna oder guido einmal triffst in berlin, oder suche sie dir: erzähl ihnen, dass da ein bewunderer sitzt in ulm!
Quelle:
roericht.net/index.php/input/bibliothek
Anhang & Quellen
Preis Stiftung Buchkunst
Verzeichnis Deutsche National Bibliothek
Korrespondenz
Page 10.1992
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