Studien


Konzept für Tische mit Dreh-Kipp-Gelenk
für Wilkhahn

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drehen, kippen, wegschieben …
Konzept für Tische mit Dreh-Kipp-Gelenk

Vor-Konzept 9.96

Das Konzept wird 1996 auf der Orgatec dem Produktmanager von Wilkhahn Carl-August Sautier vorgestellt und übergeben, der kurz darauf das Unternehmen verlässt und zu WASA, einem Hersteller von Massivholzmöbeln, wechselt – ein Entwicklungsauftrag erfolgt daher nicht, das Konzept-Skript verbleibt jedoch bei Wilkhahn. 1999 erscheint bei Wilkhahn dann ein konzeptionell sehr ähnliches Tischprogramm mit dem Titel „Timetable”.

 

Klapp-Tisch, wo …
Beispielsweise in Seminar- und Mehrzweck-Einrichtung, Gruppenarbeit oder Projektbüro, aber auch Kasino …

Klapp-Tisch, wie …
1. Das Handling soll in jeder Position von einer Person erfüllt werden können.
2. Der Tisch soll nach dem Zusammenklappen weiterhin bequem zu hantieren sein.
3. Im zusammengeklappten Zustand soll der Tisch deutlich weniger Stellfläche und Raumvolumen einnehmen.
4. Mehrere zusammengeklappte Tische sollen platzsparend addierbar sein.
5. Und das Zusammenklappen soll – natürlich – auch ein Vergnügen sein …
6. Wünschenswerterweise gibt es für den zusammengeklappten Tisch einen Zusatznutzen …

 

 

Dreidimensionale Darstellung des Prinzips
als Pop-Up-Modell im Skript der Konzeptbeschreibung

 

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90° Tisch, 360° Container
Produkt-Studie für wogg

Studie TT 90 + Container 360 / 1994 (Film 2021)

 

 

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90grad tisch

 

90° Tisch / Tisch mit zwei Höhen

Dokumentation/Stand 9.94
Produktstudie für wogg

 

Beim Arbeiten sitzen oder stehen?

Der 90° Tisch läßt Entscheidungsfreiheit, denn er ist zwei Tische in einem. In der einen Position ein Sitztisch mit seitlicher Blende – in der anderen ein Stehtisch. Die Anordnung der zwei Tischflächen und das entsprechend gestaltete Gestell erlauben die Drehung des Tisches um 90°. Einfach als Prinzip – lesbar in der Form.

 

 

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360grd container

 

360° Container / Mobile Container mit Stahlblech-Seitenwänden

Dokumentation 9.94
Produktstudie für wogg

 

Die konstruktive Idee der Container ist einfach beschrieben: Die zwei Seitenwände aus Blech werden durch die Kontur der Boden- und Deckplatte gewölbt und erhalten so vertikale Stabilität. Vergleichbar der bekannten „Zauber- schlange”, werden die Container über Bänder miteinander verbunden und lassen sich über die Korpusecken und die gewölbte Seitenkontur wie ein großes Gelenk 360° umeinander bewegen, ohne ihre Verbindung zu lösen: Von einer geschlossenen Figur „face-to-face” über beliebige Winkel bis zur Rücken-an-Rücken-Stellung. Eine kinetische Überraschung, die auch durch Wiederholung nicht an Reiz verliert.

 

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Studie für wiederverschliessbare Getränkedosen
Informationszentrum Weißblech

 

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studie dosen

 

Weißblechdosen mit Wiederverschluss-Option
Konzept-Varianten zur Formgebung und zum Verschluß

Begleitheft zur Präsentation beim IZW (Informationszentrum Weißblech e.V.)
11.99

 

Diese Studie, entstanden als Begleitheft zur Präsentation beim Informationszentrum Weißblech (IZW), entwickelt sieben Formkonzepte für wiederverschließbare Getränkedosen aus Weißblech in den Volumina 0,25 / 0,33 / 0,5 l.

Im Mittelpunkt stehen zwei Grundformen – Kegel und Kalotte – kombiniert mit verschiedenen Verschlusslösungen: Kronenkorken als Schraubverschluss, anhängender Kunststoffverschluss oder formal integrierter Verschluss.

Zwei Konzepte (6 und 7.2) erkunden zusätzlich Griffmulden im Dosenkorpus für bessere Handhabung bei größeren Volumen.

Abschließend skizziert die Studie drei Ausblicke: das „Swatch-Prinzip“ einer universellen Dose mit individuell gestaltbaren Deckeln, den Einsatz einfacherer Formen für Special Editions sowie mögliche Verschlusskonstruktionen aus Blech oder Kunststoff.

 

 

Systematik der Form-Studie,
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Form- und Verschluss-Varianten …

 

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Garasu Yaki
Essenszubereitung auf Glas-Keramik

Modell der Formstudien

 

Gar-Ko-Ram
Produktkonzeption für David & Baader (07.1989)

Miho Baumm & Guido Englich,
Produktentwicklung Baumm, München

 

Die Studie präsentiert ein Kochgeräte-Konzept auf der Basis von Glaskeramik-Technologie, das Garen und Kochen neu denkt.

 

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Produkt-Konzeption und Workshop
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Ausgangslage & Vision
Ausgangspunkt ist eine kulturhistorische Diagnose: Die Küche hat sich seit der Industrialisierung von einem sozialen Mittelpunkt zur isolierten Werkstatt gewandelt. Mit der zunehmenden Technisierung – Sinnbild dafür ist die Mikrowelle – geht die sinnliche Qualität der Essenszubereitung verloren. Das Konzept sucht einen Gegenpol: Kochen als bewussten, gemeinschaftlichen Akt, inspiriert von Teppan-Yaki, Grill und dem „heißen Stein“ als archaischen Vorfahren.

Technisches Konzept
Die Gar-Ko-Ram ist eine flache, elektrisch beheizte Glaskeramikplatte (Materialien: Robax oder Neoceram), auf der Lebensmittel direkt – ohne Topf und Pfanne – gegart und gebraten werden. Durch asymmetrisch angeordnete Isolationssegmente entstehen verschiedene Temperaturzonen auf einer einzigen Fläche: eine Hauptgarzone sowie seitliche „Parkplätze“ für Zutaten mit unterschiedlichen Garzeiten. Die Geräte sind in drei Formaten geplant (40×40, 50×50, 60×80 cm) für private und professionelle Nutzung.

Gestaltung
Die Studie untersucht zahlreiche Gestaltungsvarianten für Gehäuse, Regelung und Glas-Metall-Verbindung. Ein besonders radikaler Ansatz ist die „Curved Plate“: Die gebogene Glaskeramikfläche übernimmt dabei zugleich die Tragstruktur des gesamten Geräts und integriert Griffe – High Tech und High Touch in einem.

Anwendung & Workshop
Ein Koch-Workshop mit dem Profi-Koch H.A. Gerlach erprobte die Technik praktisch. Ergebnis: Gemüse, Fisch und Fleisch lassen sich direkt auf der Keramikfläche mit weniger Fett zubereiten, wobei die schnelle, direkte Hitze Geschmack und Textur besser erhält als konventionelle Methoden.

Flexibilität & Kontext
Durch ihre Mobilität eignet sich die Gar-Ko-Ram für minimalistische Küchen, Singles, Nomaden und den Gastrobereich – aber auch als mobiles Tischgerät, das Kochen zum sozialen Ereignis direkt am Esstisch macht.

 

garasu yaki

 

Gestalt-Konzepte
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Garasu Yaki
Gestaltkonzepte für Alu-Druckguss-Gehäuse (10.1989)

Miho Baumm & Guido Englich,
Produktentwicklung Baumm, München

 

Die Folgestudie zur Gar-Ko-Ram konzentriert sich auf die konkrete Gehäuseentwicklung. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Temperaturregelung, der Glas-Gehäuse-Verbindung und der Fertigungstechnik (Alu-Druckguss, Planglas 500×500 mm).

Es werden vier Gestaltkonzepte ausgearbeitet und verglichen:

Big-Foot – asymmetrisches Gehäuse mit einer markanten Ecksäule, über die ein kombinierter Dreh-Schiebe-Regler läuft.

Stufen-Gehäuse – symmetrische, treppenartig abgesetzte Form mit vier Standsäulen und integriertem Eckregler.

Keil-Gehäuse – keilförmiges Gehäuse, das von einem horizontalen Halbkreis-Profil durchdrungen wird, das zugleich den Flügelregler trägt; auch als spiegelbildliche Doppelstation für den Profi-Einsatz denkbar.

Konkav-Schale – flache Schalenform mit externem, lösbarem Drehregler an einem der Standrohre.

Allen Varianten gemeinsam ist die allseitig überstehende Glaskeramikfläche, ein durch das Glas sichtbarer Regler sowie höhenverstellbare Standfüße. Abschließend werden Zubehör (Spachtel, Messer, Glasdeckel/Schüssel, Kochbuch) und eine Gesamtübersicht der vier Konzepte präsentiert.

 

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Workshop – Versuchsreihen AKO-Prototyp
mit Ceran- und Robax-Keramik,
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Studie 700/7.89 Küchenmaschinen
Bosch Siemens Haushaltsgeräte

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Studie 700/7.89 – Konzepte für Küchenmaschinen
ProduktStudie für BSHG

Projektteam:
Burkhard Schmitz, Guido Englich, Bernhard Meyer, Jörg Hundertpfund, Henry Schmidt

Konstruktion: Franz Biggel
Koordination & Regie: Nick Roericht

 

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Eine umsetzungsorientierte Produktstudie für BSHG, entstanden in einer einwöchigen Projektwoche vom 24.–29. Juli 1989 – gleichzeitig mit Partnerteams in Tokio, London und New York. Maßstab und Herausforderung ist die Bosch MUM 44, die als außerordentlich schlagkräftiges Referenzprodukt gilt.

 

Methodik: Die Studie unterscheidet vier Arbeitsebenen: Recherche (phänomenologisch, soziokulturell), Exploration (Ausweitung auf neue Nutzungsrealitäten), Nutzungssimulation (laufendes Probieren an Mock-ups) und Umsetzungsorientierung (möglichst direkte physische Realisierbarkeit). An zwei Research-Tagen werden der Fröschl-Markt und das Haushaltswarengeschäft Abt besucht; Interviews mit Verkaufspersonal ergänzen die Feldforschung.

 

One Size Fits All – der Eintopf: Eine kompakte Küchenmaschine, bei der alle Grundwerkzeuge im Sockel des Antriebsblocks verstaut sind. Die Maschine ist immer betriebsbereit und komplett – auch in der umgekehrten Konfiguration mit Motor oben und Behälter unten.

Die Spinne / Schüssel-Läufer: Inspiriert vom manuellen Durchlaufschnitzler – ein Aufsatz, der auf jedes beliebige Gefäß passt und durch Austausch der Funktionselemente als Schnitzler, Rührer oder Kneter fungiert. Kabellos, handlich, flexibel.

Känguruh / der Küchen-Roboter: Ein Konzept mit drei Abgriffen am Zentralmotor mit unterschiedlichen Drehzahlen und Drehmomenten – analog zur MUM 66. Standfest auf zwei Beinen, nimmt Töpfe und Rührschüsseln in den „Schoß“.

Der Durchlauf-Prozessor / die Küchenmühle: Das Schneide- oder Mahlwerk sitzt in der Motorebene – klare Trennung von Input und Output (oben rein, unten raus). Ermöglicht Parallel-Processing: oben Körner mahlen, unten gleichzeitig zum Teig weiterkneten.

Multiple Choice – von universal zu spezial: Ein herstellerseitiges Systemkonzept, das dem Verbraucher die Wahl lässt zwischen Universalmaschine und Einzelgerät. Unterschiedlich starke Motoren für verschiedene Einsatzgebiete; jede Werkzeug-Motor-Kombination erscheint als eigenständiges Einzelgerät.

Triple / das Parallel-System: Ein Motor-Getriebe-Block mit drei Anschlüssen für drei unterschiedliche Drehzahlen und Drehmomente. Bis zu drei verschiedene Werkzeuge können gleichzeitig parallel betrieben werden – ein Aggregat für alle Fälle.

 

Die biegsame Welle / Hängebohrmotor: Trennung von Aggregat und Werkzeug – Motor und Getriebe verschwinden unter der Arbeitsfläche, nur der leichte Funktionskopf wird geführt. Analogie zum Zahnarztbohrer oder zur Tischfräse.

Chapeau-Clacque / die Maschine aus dem Koffer: Eine vollständig ausgestattete Küchenmaschine, die im Nichtgebrauch flach an der Wand oder in einer Schublade verschwindet.

Daniel Düsentrieb / der Alleskönner: Die visionäre Utopie – eine Black Box, in die das Zubehör eingefüllt wird und die per Touch oder Sprache erkennt, was zu tun ist. Als erste Annäherung: ein Gerät, das mehrere Arbeitsvorgänge parallel anbietet.

Haute Cuisine / die Kunst des Schneidens: Neue Schneid- und Häckselaufsätze für kreative Formen auf dem Teller (Möhren als Spirale, Rettich in feinste Längsstreifen). Beidseitig nutzbare Universalscheiben mit stufenlosem Exzenter für variable Schnitttiefe.

Knüppel auf den Sack: Alle Zutaten kommen in einen Beutel, der geknetet und gewalkt wird – nur der Beutel wird schmutzig und wandert in die Waschmaschine.

Der Drück-/Hauben-Hacker: Konzepte, bei denen die Kraft von oben kommt – Varianten des Pürierstabs mit Gefäß oder eine umgekehrte Schüssel mit integriertem Häckselmesser.

 

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Konferenz-Studie für Wilkhahn

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Konferenz-Studie 300/9.88

ProduktEntwicklung Roericht, Ulm
September 1988

Koordination:
Burkhard Schmitz (PER), Carl-August Sautier (Wilkhahn)

Mitwirkende:
Pierino Capararo, Guido Englich, Daria Lepori, Bernhard Meyer,
Petra Müller, Susanne Neubohn, Inge Sommer

Dokumentation:
Guido Englich, Petra Müller, Burkhard Schmitz

 

Diese Möglichkeits-Studie für Wilkhahn fand in einer einwöchigen Intensiv-Arbeitswoche – vom 5.–9. September 1988 – in den Räumen der ProduktEntwicklung Roericht in Ulm statt. Eine interdisziplinäre Projektgruppe von Studierenden aus Berlin und Zürich näherte sich dem Thema Konferieren bewusst von außen – als Menschen, die täglich diskutieren, präsentieren und in Gruppen arbeiten, ohne sich zunächst als „Konferierer“ zu begreifen.

 

Inhaltliche Struktur

Die Studie gliedert sich in zwölf Kapitel plus Exkurse:

Kapitel 1 definiert Konferieren als vieldimensionalen Zustand – zeitlich, örtlich, sächlich-formal und atmosphärisch-psychisch. Es analysiert die Spannungsfelder: große vs. kleine Gruppe, Intimität vs. Öffentlichkeit, einer für alle vs. alle gemeinsam, vorübergehend vs. sitzend, rituell-formell vs. locker-informell, hierarchisch vs. gleichberechtigt.

Kapitel 2 kartiert klassische Raumtypologien: das Treffen, die Runde, das U, das Podium, das Auditorium.

Kapitel 3 strukturiert Konferenzformen: Ad-hoc-Konferenz, moderierte Konferenz, Handschlagkonferenz (Konsens im Vorfeld, Besiegelung face-to-face), Medienkonferenz (Medien als Prothesen, nicht als Fetisch), Kontaktkonferenz und Präsentation.

Exkurse vertiefen die sensorische Qualität von Räumen (nach Wulf Schneider: Vital-, Gleichgewichts-, Seh-, Wärme-, Proportions-, Gedanken- und Gestaltsinn) sowie Beobachtungen aus Christopher Alexanders „Pattern Language“ zu kommunikativ-katalytischen Qualitäten von Räumen (Zwischenräume, Activity Pockets, Silent Places, Pools of Light).

Kapitel 4–5 entwickeln Konzepte dezentraler „Places to meet, places to act“ – archetypische Kommunikationssituationen jenseits des klassischen Konferenzraums: Treppen, Böden, Haus-im-Haus-Situationen, Kreise, Sitz- und Stitz-Bojen, aufklappbare Plattformen, Teppichkonferenzen.

Kapitel 6–7 untersuchen Stuhl und Tisch als primäre Konferenz-Objekte: den Stuhl als Zeichen, persönlichen Stuhl und individualisierbares Ambiente; den Tisch in seinen Funktionen als verbindend/trennend, als persönlicher Platz, als wandelbares Objekt zwischen Gemeinschafts- und Privatbereich.

Kapitel 8 zeigt „Pop-up“-Objekte – Einrichtungen, die man ein- und ausschalten kann und die Konferenzräume flexibel entstehen und verschwinden lassen.

Kapitel 9 behandelt Erweiterung von Sitzmöbeln (der „1. Umgebung“) zu raumbildenden Vorrichtungen.

Kapitel 10 Konferieren in Installationen: Erweiterung des Gegenstandsbegriffs zur räumlichen Situation; Entwicklung von Ambiente-Vorrichtungen für unterschiedliche Bedürfnisse.

Kapitel 11 Tischlein streck dich: Hardware-orientierte Vorschläge zu Tischen als wandelbare Objekte.

Kapitel 12 Stories, Unterstellungen und Projektionen – spekulativ-visionäre Ausblicke jensseits von gegenständlichen Entwürfen hin zu Organisationsformen, Dienstleistungen und Events.

 

Fazit und Ausblick
Am Ende der Woche formulieren die Wilkhahn-Vertreter Sautier und Ferstera in einem Memo zentrale Thesen: die Zeit einsamer Entscheidungen ist vorbei; kreative Gespräche brauchen kreative Räume; Konferenz findet überall im Haus statt – in der Cafeteria, im Foyer, im Keller. Wilkhahn wird als möglicher Konferenz-Einrichter und Full-Service-Anbieter skizziert, und die Studie selbst als mögliche Basis für neue Produkt- und Serviceentwicklungen.

 

Weitere Entwicklung
In den Folgejahren wird „Einrichtung von Konferenz- und Kommunikationsbereichen” ein bedeutendes Geschäftsfeld von Wilkhahn.

Ab 1992 entwickelt das Büro Englich + Wagner in mehreren Workshops Planungsgrundlagen und deren Beschreibung, die 1997 von Wilkhahn als „Einrichtungs-Handbuch für Kommunikationsräume”, verfasst von Guido Englich und Burkhard Remmers, publiziert werden.

 

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Studie 700/11.88 Kühlen und Lagern
Bosch Siemens Haushaltsgeräte

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Studie 700/11.88 – Kühlen und Lagern
Produkt Studie für BSHG (Bosch-Siemens Hausgeräte)

Projekt-Team:
Guido Englich, Lukas Huggenberg, Bernhard Meyer, Karl Müller, Sibille Riemann, Sylvia Robeck

Koordination: Petra Kellner
Beratung: Franz Biggel, Burkhard Schmitz, Gisela Kasten

 

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Eine Produktstudie für BSHG, entstanden in einer fünftägigen Projektwoche vom 14.–18. November 1988. Die Studie entwickelt neun Konzeptansätze rund um das Thema Kühlen und Lagern – mit dem Ziel, den Kühlschrank aus seiner anonymen Einbaunische herauszulösen und neu zu denken. Die Studie geht weit über Produktdesign hinaus – sie verbindet Ökologie, Ernährungskultur, Materialästhetik und Systemdenken zu einem ganzheitlichen Neuentwurf des Kühlens.

 

Ausgangslage: Der Kühlschrank beansprucht 23,6 % des Haushaltsstromverbrauchs, gilt aber als „passives Gerät ohne Reiz“. Dazu kommt ein wachsendes Umweltbewusstsein rund um FCKW und Entsorgung. Die Studie formuliert zehn Strategien für mehr Aufmerksamkeit und Präsenz – von Farbigkeit und Materialkontrasten über Transparenz und Glasfronten bis hin zu beweglichen, modularen und mobilen Konzepten.

Variable Kühlzonen: Thermisch aktive Trennflächen unterteilen den Kühlcontainer in individuell regelbare Klimazonen – der Nutzer bestimmt die Größe des 0-Grad-Fachs selbst. Mikroklima-Behälter mit unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit ermöglichen spezifische Lagerbedingungen für verschiedene Lebensmittel. Ergänzt durch einen Klima-Baukasten (stapelbare, addierbare Module mit eigenem oder gemeinsamem Aggregat) und Ausstattungspakete (Außen Standard, Innen nach Maß – verschiedene Materialwelten von „Arena“ bis „Romantik“).

Keine Kälte ohne Wärme: Die Abwärme des Kühlschranks (ca. 35 °C) wird aktiv genutzt: als Miniatur-Treibhaus für Sprossen, als Wärmebad für Joghurt, Honig und Hefeteig. Der Funktionsnachbar denkt den Kühlschrank als Zentrum eines Handlungsnetzwerks – Kombination mit Mikrowelle, Frischluft als kostenlose Kältequelle, klimatisierter KüchenKeller ohne eigenes Aggregat. Die neue Speisekammer reicht vom belüfteten Klimaschrank über den begehbaren Klimaraum bis zum flexiblen Klimazelt für besondere Anlässe.

Table Top & Co.: Der Kühler verlässt die Einbaunische: Kühlmulden in Arbeitsplatten, Kühlschubladen, der Cool Server (ein sich selbst öffnendes, von innen beleuchtetes Serviertablett auf Rädern) und Cool Portables – kleine, mobile Kühl- und Klimabehältnisse mit neuen Physiognomien für den Tisch, das Büro, den Garten oder den Transport.

Nicht nur für die Küche: Kühlgeräte als selbstbewusste Repräsentationsobjekte mit mindestens vier Seiten – für Büro, Messestand, Labor, Kinderzimmer. Neue Materialien: Edelstahl, Aluminium, Glas.

Exkurs Neuer Zugriff: Vom Eisspender über Jalousien und Scheibenwischer bis zum interaktiven elektronischen Notizbuch mit Barcode-Reader als Kühlgut-Verwaltung.

Exkurs Behältnisse: Eine Materialmustersammlung von Keramik, Bambus und Stein über Pressglas und Edelstahl bis zu flexiblen Kunststoffen – Behältnisse, die vom Aufbewahren übers Zubereiten zum Präsentieren reichen.

Externe Beiträge: Der Systemanalytiker Winfried Wolf beschreibt den „fünfdimensionalen Ernährungsraum“ (Raum, Zeit, Temperatur als physikalische Parameter der Lebensmittellagerung). Der Physiker Ivan Botskots skizziert Perspektiven zur energieeffizienten Kühlung und zur Dualität von Heizung und Kühlung. Zukunftsforscher Rüdiger Lutz steuert eine satirische Kurzgeschichte bei.

 

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Multitel-Studie
Konzepte zu Hard- und Software für Loewe

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Von April bis November 1988 Mitarbeit in der ProduktEntwicklung Roericht Ulm an drei Studien zu Hardware, Software, Nutzung und Design zu MultiTel-Geräten für Loewe.

Die drei Studien zeigen den kohärenten Designprozess: von konzeptionellen und strategischen Vorüberlegungen über Formexplorationen bis zur produktnahen Anwendung.

1988 wurden hier Themen vorweg genommen, die erst Jahre später Mainstream wurden: kontextsensitive Benutzeroberflächen, modulare Konnektivität, Chipkarten-Identifikation, mobiles Arbeiten und die Idee eines „smarten“ Mehrzweckgeräts.

 

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Studie 680/4.88
Multitel-Studie

Guido Englich, Burkhard Schmitz
Systemberater: Reinhard Ludwig, István Palffy

 

Die erste und grundlegende Studie untersucht Anforderungen und Möglichkeiten für ein Multitel – ein Hybridgerät aus Telefon, BTX-Empfänger und Netzwerkstation.

In sieben Kapiteln wird der gesamte konzeptionelle Rahmen aufgespannt:

New Access kritisiert die damalige BTX-Oberfläche als anachronistisch und schlägt ein „Home-Programm“ vor, das – inspiriert von Apples HyperCard – über kontextsensitive Bildschirmtasten eine intuitive Navigation ermöglicht. Zusätzliche Eingabewege wie Touch-Screen, Touch-Pad und Barcode-Reader werden spekulativ angedacht.

Logistik entwickelt das Prinzip der Tiefenstaffelung: drei Nutzungsebenen (Telefonieren, Browsing, Typing) mit jeweils angepasster Komplexität der Bedienelemente – die Tastatur klappt erst heraus, wenn sie gebraucht wird.

Peripherie denkt das Gerät in drei Dimensionen: Hardware (Input/Output-Devices), Software (Funktionserweiterungen durch Chipkarte, Kalender, Notizbuch, Mailing offline) und „Biosware/Emotion“ – die psychologisch-physiologische Wirkung eines Objekts auf seinen Nutzer, ein damals noch kaum diskutierter Designaspekt.

ISDN/Networking positioniert das Multitel als bequeme Eingangstür ins digitale Netz: Parallele Übertragung von Sprache, Bild und Text; PrintPhone (Ferndrucken), PaintPhone (Fernzeichnen per Zeichentableau), Videokonferenz.

Kontext entwickelt fünf Nutzungsprofile: PowerPhone (Chefetage), ShowPhone (Zwischenhändler), NetPhone (Freiberufler), SmartPhone (zu Hause) – jedes mit spezifischen Hardware- und Softwareanforderungen.

Hardware schliesslich entwickelt vier Vorkonzepte für das Design: „Kompakt portabel“, „Miniraum“, „Stand-by“ und „Kompakt modular“ – realisiert in 3D-Modellen.

 

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Studie 680/6.88
Hardware-Konzepte für 12″ Bildröhre und Flatscreen

Guido Englich, Helmut Kienzle, Burkhard Schmitz

 

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Die zweite Studie vertieft das Hardware-Design in drei Richtungen, nun auch mit Blick auf Flachbildschirm-Technologie:

Stand-by (12″ Bildröhre) – Weiterentwicklung des Stand-by-Vorkonzepts aus Studie 1: ein kompaktes Gehäuse mit zwei integrierten, unabhängig herausziehbaren Bügeln – einer als Tragegriff, einer zur Höhenverstellung und Tastaturaufnahme. Der Telefonhörer mit integriertem Nummernblock ist an der Gehäuseschnittebene eingerastet und ermöglicht Freisprechen. Zahlreiche Skizzen erkunden Varianten und Modulkombinationen.

FlatScreen Vorkonzept 1 – Kompakt/Primärgeometrisch – Flachbildschirm-Variante mit 45°-Neigung, herausziehbarer Alpha-Tastatur unter dem Display, separatem Hörer-Sockel mit Nummernblock. Konsequente Trennung von Nummernblock und Schreibtastatur nach dem Tiefenstaffelungs-Prinzip aus Studie 1.

FlatScreen Vorkonzept 2 – Beam-Panel – Die prägnanteste Idee: Eine horizontale Walze bildet einen Bus-Beam, an den seitlich periphere Geräte angedockt werden (Telefon, Drucker, Fax). Der Flachbildschirm ist neigungsverstellbar, die Tastatur „floatet“ und parkt im geschlossenen Zustand unter dem Display.

 

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Bookstand – Eine besonders raffinierte Formidee: Zusammengeklappt im Format eines Leitzordners, wird das Gerät aufgeklappt und hingestellt zum vollständigen DisplayPhone mit Tastatur, Schreibmappe, Konzepthalter und raumbildender Schutzwand – „Miniraum“ und tragbare Apparatur in einem.

 

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Studie 680/11.88
Multitel Hardware-Konfigurationen,
Redesign für Multitel mit 10″ Bildröhre

Miho Baumm, Guido Englich, Burkhard Schmitz

 

Die dritte Studie wendet die in den Vorläufern entwickelten Konzepte konkret auf das Redesign des Loewe S/W-Multitels (10″-Bildröhre) an. Ausgangspunkt ist eine systematische Analyse der Bauteilvolumen: Durch Neukonfiguration der Hauptplatine (flach, hochkant, auf den Kopf gestellt) entstehen vier grundlegend verschiedene Gehäuse-Geometrien mit jeweils unterschiedlichem Footprint und Physiognomie.

Vorkonzept 1 – Kragen & Taille – Nahe an der bestehenden Loewe-Konfiguration, jedoch mit stärkerer Verschränkung der Bauteile, geneigter Tastatur und bewusster Korsettierung des Hinterteils zur visuellen Verkleinerung. Zweifarbigkeit unterstreicht die Gliederung. Günstigste Produktionskosten durch zweiteiliges Gehäuse.

Vorkonzept 2 – Hoch/Schmal (Mono-Block) – Die Hauptplatine wird 90° gedreht, was einen extrem schmalen Footprint erzeugt: ein vertikal orientierter, architektonischer Monolith. Der Hörer ist in der Gehäusebasis integriert, die Tastatur „floatet“ frei. Besonders reizvoll: Der Monoblock lässt sich unauffällig zwischen Leitz-Ordnern im Bücherregal platzieren – er camoufliert als Datenspeicher.

Vorkonzept 3 – Stand-by – Direkte Übertragung des Stand-by-Prinzips aus Studie 1 auf das Loewe-Redesign. Die auf den Rücken gelegte Hauptplatine bildet eine Keilform, die zugleich als Aufnahmefläche für die Tastatur dient. Input- und Outputebene durchdringen sich so, dass die Gestalt bereits den künftigen Flachbildschirm formal antizipiert. Die Tastatur ist funktional gegliedert: Nummernblock dem Hörer zugeordnet, Ziffernblock dem Bildschirm.

Den Abschluss bildet eine Modell-Übersicht aller drei Vorkonzepte sowie Skizzen einer vierten Konfiguration (Monolith/Quader – „Head & Shoulders“).

 

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The responsive (computer) environment
für NCR

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Studie 660/7.86
The Responsive (Computer) Environment
Organisationsmodelle von Computerarbeitsplätzen

Burkhard Schmitz, Reinhard Ludwig, Guido Englich

 

Eine von drei geplanten Studien der ProduktEntwicklung Roericht Ulm im Zyklus „Office of the Future“, beauftragt von NCR (Augsburg). Die Studie legt die konzeptionelle Basis für ein grundlegendes Neudenken des Computers als Arbeits- und Kommunikationsmedium.

 

Prelude – Ideenprotokoll vom 21. Juni 1986: kommentierte Hypothesensammlung zu Job- und Place-Sharing, Multi-User-Systemen, „my screen is my workplace“, persönlichen Chipkarten, programmierbaren Tastaturen und Flachbildschirmen. Die Leitmaxime: „If you want to rethink the computer – forget the typewriter … forget the TV set.“ Der Computer muss aus dem Schatten seiner Vorbilder heraustreten.

Weg aus dem Schatten der Vorbilder analysiert, wie Schreibmaschine und Fernseher die Gestalt und Bedienung des Computers auf eine Weise prägen, die seiner Weiterentwicklung im Wege steht. Ein- und Ausgabemedien sowie das Erscheinungsbild des Computers müssen von Grund auf neu gedacht werden.

The Network is the Piazza of the Future formuliert die visionärste These der Studie: Das Netzwerk wird zur elektronischen Piazza – ein dezentrales, lebendiges System, das hierarchische Mainframe-Strukturen ablöst. Der PC wandelt sich vom isolierten Rechner zur Kommunikationsstation im Datennetz. Conferencing-Software wird als „Partitur“ eines Konferenzkonzerts beschrieben – wann, worauf und wie reagiert wurde, muss rekonstruierbar sein.

Learning from Las Vegas analysiert Arcade-Games als überraschend reiche Quelle für bessere Computerergonomie. Zwei Situationen werden untersucht: die „Pac Man“-Aufstellung (semi-privater Raum, Bildschirm auf Steh-/Lehnhöhe, Ad-hoc-Zugang) und das horizontale Tischspiel (mehrere Nutzer sehen gleichzeitig auf einen flach eingelassenen Bildschirm – übertragbar auf Bankgespräche und Kurzkonferenzen). Beide Modelle liefern Designprinzipien für zukünftige Workstations.

Thinking is a Game of Skill beschreibt, wie Hand und Kopf sich gemeinsam entwickeln – manuelle und mentale Geschicklichkeit stimulieren einander. Die Schreibmaschinentastatur reduziert diese Synergie auf bloße Tippgeschwindigkeit. Der Stift als natürliche Verlängerung der Hand wird als eigentliches Ideal zukünftiger Eingabegeräte beschrieben.

Why Don’t You Write Me? liefert einen systematischen Katalog der Ein- und Ausgabetechnologien in vier Generationen: von 0-dimensionalen Tastern (Bit) über Barcode-Scanner (Linie) und Digitizer (Fläche) bis zu 3D-Space-Tracern (Raum). Erkennungssysteme für Handschrift, Sprache und Bild werden als nächste Evolutionsstufe beschrieben.

Do You Like Spaghetti? – Das Beam Concept entwickelt als Antwort auf das Kabelproblem eine modulare Hardware-Architektur: ein BusBeam (Daten- plus Stromleitung in einem durchgehenden Träger) kombiniert mit SPINe™ (Serielles Peripherielles Interface-Netzwerk). Alle Rechnerkomponenten haben dasselbe Formfaktor-Format, sind in einheitlichen Aluguss-Gehäusen untergebracht – der Computer wird zur Station auf dem Datenweg.

A Room with a VDU – The Electronic Cottage Revisited skizziert das Büro der Zukunft: Es könnte überall sein – im Netz, zu Hause, im Neighbourhood-Office. Information reist statt Menschen. Die Workstation verbindet sich mit dem Netzwerk und wird zum Mittelpunkt privater wie halböffentlicher Räume.

 

Studie 660 7.86, the responsive (computer) environment

 

 

Das Beam-Konzept besteht aus dem Bus Beam plus SPINe™
Die Busstruktur ist getrennt und unabhängig von SPINe™

Der Bus Beam enthält eine Datenleitung und eine zusätzliche Stromleitung, der Computer wird zur Station der Datenleitung, jedes Modul stellt ein Stück der Leitung zur Verfügung, alle Module haben die gleichen Formfaktoren und können daher im gleichen Aluminium-Gussgehäuse untergebracht werden.

 

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