Die Möglichkeits-Studien im Büro Roericht in Ulm
Ausschnitt aus dem Film „Design-Geschichte(n) aus dem Nick-Roericht-Archiv” (2019)
Possibility-Studies
Produktentwicklung Roericht, Ulm (PER)
Zwischen 1986 und 1989 Mitarbeit von Guido Englich an verschiedenen Studien in der Produktentwicklung Roericht in Ulm. In diesem Zusammenhang erster Kontakt zu Wilkhahn, aus dem sich ab Anfang der 1990er Jahre eine eigene langjährige Zusammenarbeit mit Wilkhahn entwickelt.
In den Möglichkeits-Studien im Ulmer Roericht Büro werden weitreichende Entwicklungsoptionen aufgezeigt und spekulative Hypothesen als wichtiges Mittel der Erkenntnis integriert. Sie sind die Antwort auf eine Industrie, deren konventionelle Fragestellungen sich häufig auf die Optimierung bestehender Produktgattungen orientieren, aber viel zu selten den Blick auf grundlegende Veränderungen richten, um den zukünftigen Anforderungen einer sich wandelnden Informations- und Dienstleistungsgesellschaft zu begegnen.
Die Aufbereitung der Hypothesen erfolgt unter bewusstem Zeitdruck – in einer einwöchigen Klausur in der ProduktEntwicklung Roericht in Ulm. Die verfügbaren Ressourcen werden dabei maximal verknüpft. Moderiert werden die Studienwochen durch Mitarbeiter des Büros. Die eigentlichen Macher sind eigens engagierte Studierende aus Berlin und Zürich, die als Nutzer von morgen unvorbelastet das Thema von allen Seiten bearbeiten. Flankiert werden die Studien durch interkulturelle Interpretationen aus einem internationalen Netzwerk – vom Roericht-Büro in New York, von der Gruppe beyond/tokio sowie von Designern aus London. Eine wissenschaftliche Sicht auf die Fragestellungen leisten Experten aus vornehmlich sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen.
Fortlaufend werden die Hypothesen mit Vertretern des Klienten diskutiert – mit Entwicklern, Technikern und Marketing; zur Schluss-Präsentation sind alle Abteilungen vertreten. Diese intensive Auseinandersetzung dient auch der internen Entwicklung des Klienten: In Diskussionen, die im eigenen Unternehmen so nie hätten geführt werden können, verdichtet sich ein gemeinsamer Blick auf mögliche Zukunftsstrategien.
Eine Woche nach Durchführung der Studie liegen die Dokumentationen vor und bilden einen umfassenden Fundus für Konzepte und Strategien der kommenden Jahre.
