SoloCell

Das Balkonkraftwerk als Baukasten

Unsere Vision ist es, bestehende industrielle Strukturen gezielt zu nutzen, statt sie neu zu erfinden. Wir greifen im Herstellungsprozess konventioneller Solarmodule ein, indem bereits gefertigte, quadratische Solarzellen nicht zu großen Standardpaneelen weiterverarbeitet werden, sondern in kleine, eigenständige Module übersetzt werden. So entsteht ein flexibles System, das sich untereinander verkabeln und einfach montieren lässt. Unterschiedlichste Balkon-, Terrassen- oder Fassadenflächen können individuell bespielt werden – horizontal, vertikal, gewinkelt oder kachelartig. Besonders für mobile und nomadische Lebensweisen bietet das Konzept Planungssicherheit über wechselnde Wohnorte hinweg. Durch die Nutzung etablierter Zellformate bleiben Gewicht, Komplexität und Kosten gering, während Austauschbarkeit, Reparierbarkeit und gestalterische Mitwirkung der Nutzer*innen möglich werden. 

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Als Designer*innen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Photovoltaik im Alltag tatsächlich nutzbar wird – insbesondere im halbprivaten Raum von Balkon, Terrasse oder Fassade – haben wir schnell erkannt, dass die größte Hürde weniger in der Technologie selbst liegt als in ihrer Form. Konventionelle Solarmodule sind für große, homogene Dachflächen entworfen: standardisiert, schwer, unflexibel und visuell kaum integrierbar in kleinteilige Wohnarchitekturen. Für viele Menschen in Mietwohnungen oder mit wechselnden Wohnsituationen bleiben sie dadurch praktisch unerreichbar.

Unsere Vision setzt genau hier an. Statt neue Produktionslogiken zu entwickeln, nutzen wir bestehende industrielle Strukturen gezielt. Wir greifen in den Herstellungsprozess konventioneller Module ein, indem bereits gefertigte, quadratische Solarzellen nicht zu großformatigen Standardpaneelen weiterverarbeitet werden, sondern in kleine, eigenständige Module übersetzt werden. Für uns als Gestalter*innen bedeutet das einen Perspektivwechsel: weg von der Idee eines universellen Produkts hin zu einem System, das sich an die reale Vielfalt von Wohnsituationen anpasst.

Aus diesen kleinen Modulen entsteht ein flexibles System, das sich untereinander verkabeln und einfach montieren lässt. Nutzer*innen können ihre Energiefläche selbst konfigurieren – angepasst an Balkon, Terrasse oder Fassade. Auch scheinbar ungeeignete Flächen wie schmale Geländer, versetzte Brüstungen, Ecken oder schräge Wände werden so nutzbar. Die Module können horizontal, vertikal, gewinkelt oder kachelartig angeordnet werden und fügen sich in vorhandene Geometrien ein, statt sie zu dominieren.

Besonders wichtig ist uns die Perspektive mobiler und nomadischer Lebensweisen. Wer zur Miete wohnt oder häufig umzieht, ist auf Lösungen angewiesen, die nicht dauerhaft an einen Ort gebunden sind. Klassische PV-Anlagen sind schwer zu demontieren und emotional wie finanziell mit einem festen Standort verknüpft. Unser modulares System lässt sich abbauen, neu anordnen und an veränderte Wohnsituationen anpassen. Energieerzeugung wird so zu einer persönlichen, mitnehmbaren Infrastruktur.

Gestalterisch verstehen wir die Module nicht nur als technische Bauteile, sondern als Teil des architektonischen Ausdrucks. Nutzer*innen können entscheiden, wie sichtbar oder zurückhaltend die Module auftreten und wie sie sich in bestehende Fassadenstrukturen einfügen. Durch die Nutzung etablierter Zellformate bleiben Gewicht, technische Komplexität und Kosten gering. Gleichzeitig ermöglicht die kleine Modulgröße Austauschbarkeit, Reparierbarkeit und Weiterentwicklung. So verlängert sich die Lebensdauer des Systems, während erneuerbare Energie zugänglicher, anpassbarer und gestaltbar wird.