Buchempfehlungen

von "musts" bis Geschenkideen

Erstens: Das ist eine völlig subjektive Auswahl, die wir ständig erweitern. Die meisten Bücher stehen in meinenem Handaparat oder gehören mir privat. Ihr könnt die gerne ausleihen.

Zweitens: Viele Bücher gibt es gebraucht bei amazon, lohnt sich auf jedenfall. Nachteil: Man kann es nicht zurückgeben. Was ihr dort gebraucht nicht findet, gibt's bei Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher - zvab.de

MUSTs für Innenarchitekten

• Bauentwurfslehre, E. und P. Neufert, Vieweg
Grundlagen, Normen, Vorschriften über Anlagen, Bau, Gestalting, Raumbedarf, Raumbeziehungen, Maße für Gebäude, Räume, Einrichtungen, Geräte; Handbuch für Planer

• Möbel und Einbauschränke, W. Nutsch, DVA
Standardwerk; von Vollholz über Verbindungstechniken, Liegendenklappen, Scharnieren bis Füllungen mit Kehlstoß; als Standardwerk natürlich nicht top aktuell, aber Nachschlagewerk "was gibt es überhaupt"  und "wie zeichne ich was"

• Innenausbau, W. Nutsch, DVA
Standardwerk; von Baunnormmaßen über Wandverkleidung bis Trennwände mit erhötem Brandschutz; als Standardwerk natürlich nicht top aktuell, aber Nachschlagewerk "was gibt es überhaupt"  und "wie zeichne ich was?"

• Architektur konstruieren, A.Deplazes, Birkhäuser
Standardwerk, nennt sich selbst "ein Handbuch"; sehr grundsätzlich übers Bauen, sehr übersichtliche und klare Darstellungen, oft lustig, weil schweizer Deutsch; Prof. an der ETH Zürich;

• A Pattern Language/Eine Mustersprache, Christopher Alexander
1200 Seiten, DIE Bibel für Gestalter in 3D, alles von Landschaftsplanung bis Bettpfosten, Christopher Alexander war Architekt und Soziologe und suchte nach den ultimativ besten Lösungen für den Menschen; stört euch nicht an der 70er Jahre Sprache.

 

Möbel

• Atlas des Möbeldesigns, Mateo Gries, Vitra
Wer das hat, braucht kein weiteres mehr über Möbel und ein Kunstgeschichtsstudium kann man sich dann auch sparen." Zugegeben mit ca 160 EUR nicht ganz billig, aber 1.000 Seiten - 2.800 Abbildungen - von den Anfängen der Industrialisierung bis zum digitalen Zeitalter. Mit sehr detaillierten Zwischenkapiteln zur Kunstgeschichte, den wichtigsten Möbelvertretern (meist Stühle) der jeweiligen Epoche. Und diese sind dann detailliert, mit viel Hintergrundmaterial beschrieben auf je einer Doppelseite. Am Ende der jeweiligen Epoche gibt es dann noch die "Seitenlienien"-Möbel. Vitra hat 10 Jahre an dem Buch gearbeitet - krasses Teil!

• 100 Masterpieces, Vitra
Viel kleiner und dünner als der Atlas, vielleicht ein Anfang. 100 Stühle mit einer guten Beschreibung, warum  das Iconen der Gestaltung sind und wurden; meist irgendein technischer Kniff oder Errungenschaft; es gibt hunderte von Büchern, mit Abbildungen zu Möbel, wer aber nicht weiß was er sehen soll, sieht nichts; alle Bücher von Taschen natürlich kaufen, weil billig; sind aber leider nur Bilderbücher: 1000 chairs, 1000 lamps etc

• Chair Anatomy, James Orrom
50 iconische Stühle, zerlegt, zersägt, filetiert - hier schaut man wirklich ins Innerste. Man erfährt, wie die Objekte entworfen und hergestellt werden; warum ein bestimmtes Material eine bestimmte Qualität, einen funktionellen Fortschritt oder Komfort vermittelt; warum Strukturen bestimmten Belastungen wiederstehen und dennoch wirtschaftlich zu produzieren werden könne. Das Buch richtet sich an junge Gestalter, denen der Autor tiefschürfend Hintergründe zum Warum und Wieso des Entwerfens und Produzierens mitteilen will.

• Der Möbelbau, F. Spannagel, Verlag Th. Schäfer
Der klassische Möbelbau, klassische Holzverbindungen, genau das, was man sich etwas romatisch unter Tischlerhandwerk vorstellt, alles Massivholz bzw. alles aus der "Vor-Spanplatten-Zeit"

• collapsible, P. Mollerup, Chronicle Books
Alles was zum Falten ist: von Capeau Claque bis faltbare Flugzeuge; Prinzipien und Anregungen;

 

Material

• Katalog Gesamtsortiment, Modulor
über 20.000 verschiedene Matrerialien und Produkte, gegründet von zwei Architekturstudenten ist modulor heute europaweit der Modellbauladen, hier gibt es alles was das Herz beghert; unbedingt auchnin Berlin den Laden mal besuchen; der Katalog ist auch online zu stöbern: www.modulor.de; zu allen Material und Produktgruppen gibt es ausführliche Erklärungen, Hinweise und Verabeitungsempfehlungen; leid meist vergriffen;

• materiology, D. Kula und E. Ternaux, Birkähser/Frame
Handbuch über Materialien und Technologien, eingeteilt in drei Gruppen: Materialfamilien, Materialkatalog und herstellungs- bzw Verarbeitungsverfahren; grundsätzlich, übersichtlich, schön;

• Maunfacturing Processes for Design Professionals, R. Thomson, Thames&Hudson
Umfassendster Überblick über Umformungs-, Schneid-, Verbindungs- und Oberflächentechnologien; umfassendes Kapitel über Materialen; über 500 Seiten; mehr braucht niemand; leider in Englisch, was es dann schwierig macht wegen der ganzen Fachbegriffe, ich kenne aber kein besseres;

• Handbuch für Technisches Produktdesign, Dr. S. Peters, Springer
vermittelt technischem Wissen. Ob Metalle, Kunststoffe und Keramik, Hölzer, Papiere ... oder Textilien - mit Fotos, Grafiken und Tabellen illustriert gibt dieses BuchAnregungen und Anleitungen, mit diesen Materialien kreativ umzugehen. Technischen Parameter, exakte Bewertung ihrer Zusammensetzung, Struktur, der Einsatzgebiete und Fertigungsmethoden und im Gegensatz zu oben, alles in Deutsch

Wissen - Allgemein

• ManuSkript, Axel Müller-Schöll, Birkäuser
eine Essential-Samlung zum Querlesen, ein riesig großer duften Blumenstrauß an Grundlegendem und Wissenswertem; von allem ein bißchen was und immer an der Richtigen Stelle aufgehört; wer das alles weiß, weiß schon verdammt viel; tiefer geht's immer, aber das schlägt man dann an anderer Stelle nach;

Wissen - Akustik

• Schalschutz und Raumakustik, U. Werner, Bauwerk
schrekt erst mal ab wegen Bleiwüste und Formelsammlung; wer es durchackert hat aber die Grundzüge der Akustik; mit vielen Berechnungsbeispielen und Faustformeln

• Akustik und Schallschutz,  E. Mommertz,  Edition Detail
auch Grundlagen,  mit vielen Anwendungsbeispielen,  ästhetischer aber "dünner" als Bsp. oben; gute Ergänzung daz

Wissen - Statik

• Deformation und Gestaltung, E. Scharnowski
Emeritus der Burg; komplette Lehrveranstaltungen in Buchform mit Aufgabenheft zur überprüfung des Lernerfolges; seh anschaulich, oft skuril, aber alles von Drehmoment bis "Warum sollte ein Regalbrett nicht breit als 80 cm sein"

• Fibel zum konstruktiven Entwerfen, D. Althaus, Bauwelt
ha auf den ersten Blick nichts mit Statik zu tun; schult das konstruktive Verständnis dieser Welt; Warum hat z.B. ein Eisbär eine schwarze Haut?

• Leicht Weit - light structures, J. Schlaich, Prestel
Schlaich ist DER Hochbau-Ingenieur, bei den meisten Bauten von GMP hat sein Büro die Statik/konstruktion federführend bestimmt; der Mann hat auch substatiell was zu sagen, jenseits von Moden und Trends

Wissen - Licht

• Handbuch für Lichtgestaltung. Band 1: Lichttechnische und wahrnehmungspsychologische Grundlagen, Ch. Bartenbach, Springer
Sehr Grundlegend über Licht und Lichtplanung, Lux, Lumen, Lichtstrom, Lichtverteilungskurve, Adaptives Sehen, visuelle Warnehmung bis Licht am Arbeitsplatz; Christian Bartenbach ist eine der europäischen Choriphäen der Lichtplanung; das Buch ist sehr lesenswert. Leider ist es scheußlich: fürchterliche Powerpoint-Grafiken, blödes Layout - aber laßt euch davon nicht abschrecken.

Interessantes, Standards, was für den Gabenbaum...

• typografie, Otl Aicher, Ernst&Sohn
Otl Aicher setzte sich immer grundlegenst mit den ihm anvertrauten Dingen auseinander; als er die Rotis entwarf, schrieb er ein Buch über Typografie; für bulthaup beschäftigte er sich mit dem Erscheinungsbild, daraus wurde dann "Die Küche zum Kochen" und es gibt noch viele weitere; Ottl Aicher war einer der bedeutensten Gestalter der Nachkriegszeit; nicht weil er so viele Unternehmen mit Erscheinungsbildern prägte( ERCO, ZDF, Lufthansa, München Olympia 1972, FSB...) sonder weil er den Dingen auf den Grund ging. "Was macht ihr den eigentlich?" - Bei Erco z.B. "nicht Leuchten sondern Licht" und das bedeutet dann eine ganz andere Herangehensweise; natürlich muß man gute Leuchten bauen, aber es geht nicht um die Lampen, sonder um das Licht!

• Your Privat sky - R. Buckminster Fuller, Joachim Krause
RBF, geb. 1895,  war einer der ersten, die verstanden und publiziert haben, dass wir über unsere Verhältnisse leben („Raumschiff Erde“). Ohne Hochschulstudium machte er mit Dymaxion House (Dynamic Maximum-ion) die Architekturszene auf sich aufmerksam, erfand die geodätischen Dome und Tensegrity und manches mehr. Z.B. wie man mit Hilfe eines Zeppelins und einer Bombe ein Haus baut. War eine ander Zeit... Der Rest ist seriöse und erzählt von einem fast manischen und genialen Erfinder, der einer der wegweisenden Gestalter des 20. Jahrhunderts war.

wichtige Strömungen, die man kennen muß

• hfg Ulm, 55-69
sah sich als Nachfolgerin des Bauhauses; sehr utilitaristisch, radikal funktionale Ansätze; hat durch seine Abgänger/lehrenden weltweit das Design geprägt;

• Archigram 1961-74, London
Architektengruppe, Utopische Architektur wie walking city, blow out village, plug in university

• Memphis, Mailand
wichtigste Designströmung der 1980er; gegen das emotionslose graue Design; Design darf auch bunt sein, darf Spaß machen;

• Alchemia
Gruppe rund um Mendini, sehr verkopft, philosophische Ansätze

• Haus-Rucker/Coop Himmelb(l)au
die östereichische Ausprägung der 68er; von Happenings über Stadträumliche Interventionen bis Dekonstruktivismus;
interessant ist der Leidensweg dieser beiden Architektengruppen, die zunächst immer nur radikale Modell und kleine Interventionen verwirklichen dürfen, später dann an den gestellten großen aufgaben zerbrechen (Haus-Rucker) oder zu "Show-Größen" auflaufen (Coop);

...wird demnächst vervollständigt...