Kunstpädagogik / Projekt 17.01.2024

Caroline Sophia Cramer Atelier II

Artist Statement: Nackte Beine, weiche Decken, große Pflanzen. Der Blick wird in einen privaten Raum geführt und der vermeintliche Realismus erweckt den Eindruck, in die Situation eingeladen zu werden.  In ihren malerischen Arbeiten beschäftigt Caroline Cramer sich mit ihrem nahen Umfeld. Mit ihren guten Freund* innen, ihrer WG und sich selbst. Wann sind wir komplett wir selber und fühlen uns wohl mit uns selbst? Und welche Faktoren tragen dazu bei, dass wir nicht von Scham gesteuert werden?  Es geht um selbstgewählte und private Kontexte, wie Wohnsituationen, Freundeskreise und das eigene Zimmer. Räume, in denen Caroline Cramer und ihre Mitmenschen sich unbeobachtet und unbefangen fühlen. Abseits von Sexualisierungen und verurteilenden Blicken. Durch die Präsentation der Malereien sollen diese Momente der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. In den Acryl- und Ölmalereien verschmelzen die Körper der Personen mit dem Umfeld und die Farben fließen ineinander. Die großformatigen Darstellungen der Personen laden zum neugierigen Beobachten ein. Gleichzeitig sind sie gekennzeichnet durch ihren Voyeurismus. Denn die Malereien gaukeln den Rezipierenden nur vor, ein Teil des intimen Moments zu sein.

Buchkunst / Aktuelles 08.12.2023

Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge von Studierenden der Fachklasse für Buchkunst zu Walt Whitman’s ›Song of Myself‹ in der Universitätsbibliothek Weimar

Es erscheint wie ein Glücksfall der Überlieferung, dass die Druckbögen des Gedichtzyklus ›Song of Myself‹ von Walt Whitman, gedruckt im Jahr 1923 für den Utopia-Verlag in Weimar, bis heute überlebt haben – zunächst in der früheren Dorfner-Werkstatt in Weimar und dann an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Im vergangenen Sommersemester erhielten Studierende der Klasse Buchkunst unter der Leitung von Prof. Sabine Golde die Gelegenheit, diese historischen Druckbögen um zeitgenössische Interpretationen zu erweitern. Der von Christa und Onno Feenders gestiftete Preis für einen internen Wettbewerb innerhalb der Klasse wurde am 24. Oktober verliehen. Die Fachjury verlieh Rosa Tuchel und Friederike Dolinschek je einen ersten Preis. Anschließend konnten die Ergebnisse bis zum 14. Dezember in den Räumlichkeiten der Universitätsbibliothek Weimar bestaunt werden

Bildhauerei/Materialität und Raum / Projekt 07.11.2023

EMIKA SEKINE Diplomarbeit 2023 Gespenster - Baseball - Match

Emika Sekine Gespenster-Baseball-Match Mixed Media "Gespenster-Baseball-Match" ist eine Abschlussarbeit von Emika Sekine, in der sie das Thema "Gespenster“, an dem sie bisher gearbeitet hat, in skulpturaler Form umsetzt. Ihre künstlerische Praxis speist sich aus den Schnittstellen sich überlagernder, ortsbezogener, großer Erzählungen und individuellen Wahrnehmungsräumen. Diese Arbeit reflektiert ihre Auseinandersetzung mit drei Hauptelementen: der kantischen Erkenntnistheorie, Baseball als sportlicher Aktivität für den Körper mit Regeln und Zeit, die anders als unsere normale Realität einen anderen Raum schaffen, und verschiedenen Bestandteilen von Skulpturen, die von der Kunstgeschichte sowie von neuen Techniken beeinflusst sind. Ähnlich wie bei der Substitution von Werten in eine mathematische Formel, versucht sie, scheinbar widersprüchliche Elemente durch von ihr entdeckte Gemeinsamkeiten miteinander zu verbinden und abstrakte Gedanken aus alltäglichen Dingen zu extrahieren. Dabei taucht eine bestimmte Stelle auf, die unseren Blick auf die Grundfrage der Transformation lenkt, die freie Poesie in visuelle Formen und Farbkombinationen ermöglicht, indem sie die Hierarchie zwischen den Dingen dekonstruiert. Das gleichzeitige Bestehen der Dualitäten in ihrer Form, stellt eine Frage nach der Möglichkeit des Erkennens dar, wie wir uns jeweils von der Vergangenheit und der Wahrnehmung eines anderen Fremden distanzieren.

Cover paradise_HUIT, 2023, Gestaltung: Valeria Slizevic
Master Kunstwissenschaften / Projekt 11.01.2024

paradise_HUIT

Die Publikation "paradise_HUIT" ist das Masterprojekt von Valeria Slizevic. Der Name entstammt einem Traum. Nach dem Erwachen ruhte er niedergeschrieben zwei Jahre lang in einer Notiz. Indem der Name als Titel Verwendung fand für etwas, dessen Form sich noch im Entstehen begriff, wurde er zu einer Spur, die zu dem nächtlichen Traum zurückzuführen versprach. Aus dieser Spurensuche ist schließlich eine Publikation entstanden, die seit Oktober 2023 online zugänglich ist.

Cover paradise_HUIT, 2023, Gestaltung: Valeria Slizevic
Kunstpädagogik / Projekt 09.01.2024

Kommen Sie nur, wenn Sie was kaufen wollen Niclas Heider, Atelier III

REDE ZUM BILD ERSTER AKT Monolog vor der Tür. Zitat zum Beispiel. „Irgendwann begreift man, dass das gesamte Leben eine Unternehmung mit unerfreulichem Ausgang ist, und beginnt hektisch Erlebnislücken zu füllen. Im Alter vertraut nur der Idiot den Gesetzen, die er selber aufgestellt hat.“ Sibylle Berg, Wunderbare Jahre. Als wir noch die Welt bereisten.) [VORANGESTELLT: Zitat zum Beispiel: „Ich mache keine Fehler“ (Wolfgang Herrndorf im Forum Die höflichen Paparazzi)] [VORANGESTELLT: Zitat zum Beispiel: „Don’t cry - work“ (Rainald Goetz, Irre)] [VORANGESTELLT: ÜBERLEGUNGEN FÜR EINEN MÖGLICHEN AUSSTELLUNGSTITEL. Auflistung: bisher keine. Siehe Liste. Siehe Plakat.] ZWEITER AKT Hier zu sehen, ist eine Ansammlung von Individuen. Sieben auf einem Strich. Es sind Bekannte, Unbekannte, Schablonen und Ideale. Manche existieren - nicht mehr – ,manche haben nie existiert. Bei manchen hoffe ich, dass sie noch lange mit mir existieren. Eine auf den ersten Blick nicht homogene Masse. Variabel und eigenständig. Eine Gruppe oder nicht? Kennt man sich? Mag sich wer? Hasst sich jemand? Eine Idee eint sie doch, sie sind Ausgangspunkt und Startrampe für meine Verbildlichungen. Auslöser von Irritationen und Befragungen meiner selbst und meiner eigenen komischen Welten zwischen Instagram und Theatersaal zwischen Atelier und Technoclub, zwischen Halle und Leipzig, zwischen Kino und Kissen. Ich zeige hier Erinnerungen an Gehörtes (hauptsächlich Trash und Pop), Gelesens (Herrndorf und Berg sollen bitte diesen komischen Planeten regieren!) und Gesehenes (Bilder meiner großen Lieben, die zu viele sind, um sie hier zu nennen.) Zunächst sei aber gesetzt: Gesehenes gleich Erinnerungen + malerische Transformation = Bild. Meine Arbeiten verstecken sich hinter einem Schleier. Feiern Hochzeit oder sind in Trauer. Mir haben sie es nicht verraten. Früher waren es Monster. Was ich jetzt sehe sind Figuren auf einer Bühne. In schnellen Pinselstrichen verbalisieren sie sich und stoßen sich ins Rampenlicht. Farbe gibt ihnen Form. Licht und Schatten beglücken sie mit Tiefe. Beim Schlussapplaus dürfen aber alle nach vorn. Verbeugung. Klatsch Klatsch. Abgang. Der Dunst öffnet den Blick auf kontrollierte Feinheiten und verschrobene Ideen, die zeitweise vordergründig aber hauptsächlich hintergründig in meinen Arbeiten lauern. In der Konstellation trifft sich das Einzelne zum Ganzen. Ein Dunst der alles vernichtend zusammenschlägt und triumphierend durchexerziert. Die Bilder sind da. Hängen gut. Im Nebel befrage ich meine eigene Unentschlossenheit, der ich es anmaße malerische Entscheidungen zu treffen. Farbe auf ein Maltuch setzen. Loslegen. Die eigene Scheiße machen (Ich glaube ein Zitat von Prof. Tobias). Den Pinsel in die Hand nehmen, wenn Worte die besseren Lösungen gewesen wären. Denke ich. Ich lege mich trotzdem fest und verbanne den vernichtenden Konjunktiv. Malerei ist Entscheidung, hat man mir gesagt. Ich glaube, dass es stimmt. Am Ende steht man dann doch vor diesem weißen Rechteck und denkt an die Welt vor der Tür. Bilder fallen langsam. Kommen Sie nur, kommen Sie nur. Kaufen Sie! Aber ich verliere mich. The Oscar goes to… Nein. Ich lehne dankend ab. Nun also.

Bildhauerei/Materialität und Raum / Projekt 16.07.2023

VALENTINA PLANK Hauptstudium 2023

"Meine Arbeit untersucht die Beziehung zwischen dem Wesen Menschen und seinen Einschränkungen in der modernen Gesellschaft. Dabei möchte ich eine Unmittelbarkeit zwischen meinem Selbst und dem Gegen- stand meines künstlerischen Schaffens herbeiführen. Es geht um die Stärkung meiner Intuition, vielleicht sogar darum sich ganz auf diese zu verlassen. Um ein Vertrauen in den Prozess selbst und die Intelligenz meiner Hände. Was mich dabei antreibt, ist das Additive: mit jedem neuen Handgriff einer Formulierung im Objekt näher kommen. Ein flüchtiges Gefühl oder einen Eindruck zu manifestieren. Auf diese Weise nachzu- denken und durch Auswahl von Material, Farbigkeit und Form eine ästhetische Sprache auszuformulieren, die unmissverständlich gelesen werden aber trotzdem offen für jede individuelle Interpretation bleiben kann, ist mein Ziel. Themen wie Macht, Norm, Abnorm, Körper, Gender, und die Beziehung zwischen einem Subjekt zu sich selbst sowie zu seiner Umgebung reizen mich dabei besonders. "

Foto: Can Wagener
Master Kunstwissenschaften / Aktuelles 06.11.2023

Work-in-Progress Präsentation: Moving through “Critical Zones”. The Exhibition as a Medium of Thinking the Anthropocene.

Am Donnerstag, 16. November 2023, 18 Uhr wird der Kunsthistoriker und Kurator Mateo Chacón Pino zu Gast an der BURG sein und in seinem Vortrag einen Einblick in den aktuellen Arbeitsstand seiner Forschung geben. Er untersucht das Potenzial von Ausstellung, die zeitlichen Dimensionen des vorgeschlagenen geologischen Zeitalters des Anthropozäns darzustellen. Der Vortrag ist Teil der Kompaktwoche „The Outside Inside – Über das Ausstellen von Natürlichem im Design“ von Katharina Mludek und Leoni Fischer.

Foto: Can Wagener
Buchkunst / Aktuelles 27.10.2023

Studierende des Fachbereichs Buchkunst auf der Artbook Berlin und am Vienna Art Book Fair

Zwei Gruppen von Studierenden haben den Fachbereich Buchkunst der BURG am Wochenende vom vom 20. bis 22. Oktober 2023 auf der Art Book Berlin und der Vienna Art Book Fair mit je einem Stand vertreten. Die Artbook Berlin gilt als die wichtigste Messe für Künster:innen-Bücher in Europa, sie fand erneut in den Räumlichkeiten des Kunstquartiers Bethaniens statt. Die Vienna Art Book Fair wurde nach einer pandemiebedingten Pause zum zweiten Mal in den Räumlichkeiten der Angewandten veranstaltet.

Bildhauerei/Materialität und Raum / Projekt 04.07.2023

LOUISA KAFTAN fingertipping the skin of my earlobe

Die Installation fingertipping the skin of my earlobe (2023) besteht aus verschiedenen Wand- und Bodenobjekten. Die meisten Materialien sind industriell gefertigt und dienen normalerweise als Verbindungen, Leitungen, Dichtungen, die in der Installation plötzlich durchtrennt werden und ihre eigentliche Funktion verlieren. Rohre werden zu Fühlern, zu tastenden, kneifenden, quellenden Formen. Dadurch entstehen sehr haptische Momente, die das Fühlen und Ertasten in den Vordergrund stellen. Vor allem der Moment im Kontakt zwischen Objekt und Wand bzw. Boden spielt hier eine ausschlaggebende Rolle.

Kunstwissenschaften / Lehrangebot 18.12.2022

Die Ewigkeit des Augenblicks. Licht in der Delfter Malerei. Vortrag / Gespräch mit Prof. Dr. Helmut Draxler (Universität für angewandte Kunst Wien)

Im Rahmen der Vorlesung »Denken im Licht« wird am 22. Dezember um 18:15 der Kunsthistoriker Prof. Dr. Helmut Draxler (Universität für angewandte Kunst Wien) zu Gast sein und über Lichträume in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts sprechen. Helmut Draxlers neuestes Buch, »Die Wahrheit der Niederländischen Malerei. Eine Archäologie der Gegenwartskunst« (2021), ist für die Frage des Zusammenhangs von Licht und Denken besonders interessant; hier geht es um einige Fragen, die in der Vorlesung bereits eine Rolle gespielt haben: die Lichtmetaphorik der Wahrheit, den Zusammenhang von philosophischem Denken und Malerei, den Parallelismus zwischen Momenten der wissenschaftlicher Innovation (Descartes' Analytik) und dem Auftauchen neuer Bildräume im Holland des 17. Jahrhunderts.

Oh My Sheep! 2022, Styropor, Pappmaché, Sand, Lack, Xyrarock, Keramik, Stahl,  Größe variabel
Bildhauerei/Materialität und Raum / Projekt 28.06.2023

HANBYEOL MOON oh my sheep ! Hauptstudiumsabschluss 2022

„Der Beweis dafür, dass es den kleinen Prinzen wirklich gegeben hat, liegt darin, dass er bezaubernd war, dass er lachte und dass er sich ein Schaf wünschte; Wenn man ein Schaf möchte, beweist das doch, dass es Einen gibt." - Kapitel IV, Der kleine Prinz Im Buch „Der kleine Prinz" gibt es eine Szene, in der ein Pilot zufällig den kleinen Prinzen in der Wüste trifft. In der Wüste, die an einen surrealen Ort angelehnt ist, wird der Pilot vom kleinen Prinzen gebeten, der sein Alter Ego ist, ein Schaf zu zeichnen. Nach mehreren Versuchen verstehen sich die Beiden durch eine Zeichnung einer Kiste mit drei Löchern. Das unsichtbare Schaf in der Kiste, repräsentiert eine optimistische Vorstellung und eine Sehnsucht nach Hoffnung. Indem sie eine Geschichte über die Variabilität und Ambivalenz der Hoffnung entwickelt, die auf einer märchenhaften Atmosphäre basiert, stellt sie die Frage, welche Form von Schafen Sie haben.

Oh My Sheep! 2022, Styropor, Pappmaché, Sand, Lack, Xyrarock, Keramik, Stahl,  Größe variabel