European Software Festival
Borland Deutschland

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Impressionen vom European Software Festival
(Event 1991)

 

European Software Festival
Borland im Gasteig in München, 1991

Wie vertragen sich Kultur und Computer?
Zwei Tage im Februar 1991 widmete sich das European Software Festival dieser Frage.

 

Idee und Supervision:
Beate Vogel, Roman Gerike (Assistenz)

Gestaltung, Regie und Technik:
Miho Baumm, Guido Englich, Anna Wagner, Bernhard Meyer

 

Die Medienwelt für morgen, übermorgen und den Tag danach stand im Mittelpunkt der Workshops und Vorträge, in denen eine hochkarätige internationale Gruppe von Referenten dem Auditorium Einblicke in die Zukunft des Informations-Zeitalters vermittelte.

In der Rekordzeit von drei Monaten wurden die Referenten eingeladen und die gesamte Logistik erstellt: Von Werbemaßnahmen und Pressearbeit, über die Programm-Konzeption bis hin zur Planung und Herstellung von Ausstellungsstrukturen, die das Kulturzentrum Gasteig in München über Nacht in einen turbulenten „Marktplatz der Ideen und Begegnungen“ verwandelten.

Die Einladung der Referenten war eine originäre Designstrategie: Statt einzelner Anfragebriefe erhielten alle Wunschreferenten ein vollständig gestaltetes Programmheft, in dem sie namentlich mit Vortragstitel, Kurzbiografie, Ort und Zeitpunkt aufgeführt waren – gemeinsam mit allen anderen geplanten Teilnehmern. 95 Prozent sagten zeitnah zu, manche mit dem Hinweis, der Vortragstitel solle leicht abgeändert werden. Einzig Marvin Minsky reagierte nicht. Beate Vogel und Miho Baumm reisten daraufhin kurzfristig nach New York, fuhren zum MIT und überraschten Minsky in seinem Büro. Nach einem Abendessen bei Minsky und seiner Frau zu Hause sagte auch er zu.

 

 

Austellungs-Architektur der „Forum“-Inseln
in den Foyers des Gasteig.

 

Das European Software Festival war von Beginn an als gestaltete Gesamterfahrung konzipiert – neben dem inhaltlichen Programm spielten Raumgestaltung, visuelle Kommunikation und interaktive Medien eine tragende Rolle.

 

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Niklaus Wirth auf der Bühne des Gasteig

 

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Architektur für Begegnung in den Gängen und Foyers

 

Miho Baumm verantwortete die Regie des gesamten Festivals und gestaltete gemeinsam mit Guido Englich die Ausstellungs- und Begegnungsarchitektur in den Fluren und Gängen des Gasteig sowie auf den Bühnen der Vortragsräume. Diese Installationen schufen eine Vielzahl von Orten für informelle Begegnungen und Präsentationen.

 

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Joseph Weizenbaum im Interview mit dem Bayrischen Rundfunk

 

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Fahnen, Displays, visuelles Erscheinungsbild des European Software Festival

 

Guido Englich und Anna Wagner waren von Beginn der Konzeption an für die Gestaltung sämtlicher Kommunikationsmittel und -medien verantwortlich: Preliminary Program für die Einladung der Referenten, Programmheft, Übersichtsplakate, Typografie und das visuelle Erscheinungsbild des Festivals.

 

Interaktive Tour durch das European Software Festival

 

Bernhard Meyer und Guido Englich entwickelten und programmierten einen interaktiven digitalen Festivalführer – genannt „Clickwork Orange” – mit dem „Click” des Mauszeigers als zentrale Geste der neuen Computerkultur.

Die Anwendung war zeitbasiert in SuperCard programmiert. An Apple Macintosh IIci Computern mit Farbmonitor konnten Besucher durch Programm, Zeitplan, Veranstaltungsorte und Kurzbiografien der Referenten navigieren.

 

Tod Machover dirigiert ein Ensemble aus Musikern und Computern
mit dem Datenhandschuh …

 

Das Festival unterschied sich von Fachkonferenzen durch seinen Anspruch, Computerkultur als eigenständige kulturelle Praxis zu verstehen, nicht als Anhängsel der Industrie. Tod Machover dirigierte mit einem Datenhandschuh seine Komposition „Bug-Mudra” in der Philharmonie und demonstrierte das Konzept der „Hyperinstrumente”. Im Foyer der Philharmonie präsentierten David Rokeby (Toronto) eine interaktive Soundinstallation, das Bonner Klangkollektiv (Norbert Stein / Viola Kramer) eine Klangperformance mit Saxophon und Keyboard. Das Maya Augenmusikorchester präsentierte Multimedia-Kunst. Philippe Kahn stand am Abend im Jazzclub Babalu als Musiker auf der Bühne und spielte Flöte und Saxophon.

 

ESF Regie Manual

 

Regie-Manual zum European Software Festival
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Timetable der Veranstaltungen des European Software Festival
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ESF_Programm_1991

 

Programmheft zu den Veranstaltungen des European Software Festival
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chip_ESF_1991

 

Die Zeitschrift Chip publiziert zum European Software Festival eine Sonderausgabe,
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EXE_Magazine_1996-11

 

Das von 1986 bis 2000 herausgegebene .EXE Magazine
erinnert unter dem Stichwort „Memory mapped I/O” (S. 20, 22) an die „legendäre” Pressekonferenz mit Minsky, Weizenbaum, Wirth u.a. auf dem European Software Festival in der Jubiläumsausgabe vom November 1996

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ct_4_91

 

„Kirchentag der Software-Päpste“ erschien in der c’t, Heft 4/1991, S. 30–31

Der Artikel beschreibt unter anderem: Minskys radikale KI-Visionen und seine publikumswirksamen Auftritte, Weizenbaums gesellschaftskritische Gegenposition sowie die technisch-nüchternen Beiträge von Wirth und Stroustrup. Die Pressekonferenz wird als Moment beschrieben, in dem die gesellschaftspolitische Dimension der Informatik offen zutage trat. Fazit der c’t: Die Fragen des Publikums offenbarten, „welch gigantisches Defizit Informatiker aufzuarbeiten haben, wenn es um die Beschäftigung mit dem sozialen und kulturellen Umfeld ihrer Tätigkeit geht“ – und diese seltene Reflexion hat eine „Kirchentagsstimmung“ erzeugt.

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