Rückschau auf die BURG Session 2022 „Pixel & Plastik“

Die BurgLabs, Burg gründet! PLUS und Studium Digitale boten eine Woche lang online und vor Ort Workshops, Input-Vorträge und Räume zum experimentieren an.

Mit: Valena Ammon, Johann Bauerfeind, Aurelia Becker, Patricia Blume, Christoph Bornemann, René Braun, Benno Brucksch, Kim Cordes, Etienne Dietzel, Franziska Eichhorn, Jule Eretier, Anna Erhard, Dr. Jonas Finck, Henning Frančik, Prof. Mareike Gast, Fabian Hütter, Fabian Kassner, Franziska Kinder, Jonas Kühl, Dr. Falko Matthes, Pepe Nitz, Konrad Ruda, Marianne Sellmaier, Uwe Schattauer, Johanna Schmidtke, Tristan Schulz, Christian Schunke, Alessa Scivoli, Alexa Steinbrück, Paul Alexander Stolle, Anniek Timmermann, Ina Turinsky

Pixel und Plastik by Nora Prinz

„Pixel & Plastik“ – so vielfältig wie die drei veranstaltenden Projekte
Unter dem Motto „Pixel & Plastik“ stellten die drei Projekte in der Woche vom 14. bis zum 18. Februar neue Forschungsergebnisse vor, trugen Skills weiter, boten Einblicke in technische und künstlerische Verfahren und schufen Räume, in denen fachbereichsübergreifend Studierende in gemeinsamen Austausch gehen konnten. „Pixel & Plastik“ symbolisiert die Bandbreite der Themen, die die drei veranstaltende Projekte in dieser Woche bearbeiteten. So vielfältig die Anliegen der drei Projekte sind, so vielfältig waren auch die Angebote: explorative Forschung zu Biomasse, künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit der BurgLabs, innovative Projektvorhaben unterstütz durch Burg gründet! PLUS, und Digitalität im Kontext der Bedarfe einer Kunst- und Design-Hochschule, vertreten durch das Projekt Studium Digitale.

Das Projekt Studium Digitale stellt sich vor: Q&A, Ableton-Einführungen, Tools und Tipps zur digitalen Zusammenarbeit, Prototyping im 3D Keramik Workshop und 3D-Scan-Workshop
Das jüngste Projekt in der Veranstaltenden-Runde ist Studium Digitale. Frisch an der Burg, genauer: seit vergangenem Oktober, hat das Projekt bereits einiges zu bieten. Im (natürlich!) digitalen Q&A-Format stellten Franziska Eichhorn (Koordination), Christoph Bornemann und Etienne Dietzel (Verbundprojekt eSALSA, StreamLab und I/O-Lab), Birgit Watzka (Verwaltung), Konrad Ruda (Leitung Tonstudio) und Nikos Probst (Clayprinting-Werkstätten und Kursangebote) und Anna Erhard (Kursangebote) ihre Pläne für die kommenden drei Jahre vor. Um möglichst auf Leerstellen und Bedarfe einzugehen, ist Input der Studierenden und Mitarbeitenden der BURG unerlässlich. In der Online-Fragerunde kamen wichtige Impulse aus der Studierendenschaft und der Verwaltung zusammen, auf die das Studium Digitale-Team bald mit Workshops und Weiterbildungen reagieren möchte. Seid gespannt und haltet die Augen offen, bald werden auch die neuen Labore und weitere Kurse angekündigt!

Der Grafik-, Web- und Kommunikationsdesigner Paul Alexander Stolle ist ein Profi, was digitale Zusammenarbeit angeht. Im Online-Workshop teilte er seine Erfahrungen und hilfreiche Tools für eine einfache, aber nachhaltige digitale Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden. Er stellte Tools für gemeinsame Boards, für die Visualisierung von Workshop-Zielen, für Blitzumfragen und für eine ständige Zusammenarbeit und Archivierung von Projekten vor. Insbesondere Studierende des Kommunikationsdesigns konnten von diesen Erfahrungswerten profitieren – eine ortsunabhängige, digitale Zusammearbeit bedeutet schließlich auch einen größeren Kreis an Auftraggebenden. Neben den Online-Tools stand die Planung und Strukturierung von digitaler Zusammenarbeit im Fokus: Paul stellte Leitplanken für Online-Meetings vor, was die Zielsetzung, Zeitbegrenzung und auch den Umgang miteinander in solchen abstrakteren sozialen Situationen umfasst. Diese Tipps lassen sich auch auf digitale Lehre und jegliche organisatorische online-Treffen übertragen.

Im Workshop „Einführung: Ableton Live“ lernten die Teilnehmenden die grundlegenden Funktionen der Audio Software kennen. Anhand selbst gewählter Audio Beispiele, wurden verschiedene Arten des Tonschnitts und der Audio Bearbeitung getestet und geübt. Am Ende des Workshops waren alle Teilnehmenden zudem in der Lage, eigene Aufnahmen anzufertigen, zu bearbeiten und als Audio Datei zu exportieren. Der Workshop diente des Weiteren als Grundlage um aufbauend auf den erlernten Fähigkeiten eigene, weiterführende Sound Arbeiten realisieren zu können.

Drei Tage lang, von Mittwoch bis Freitag, gaben Benno Brucksch und Valena Ammon einen Einblick in die Welt des 3D-Keramik-Drucks. Die teilnehmenden Studierenden konnten dabei praktische Erfahrungen von der Erstellung einer 3D-Datei und Bearbeitung dieser, bis zur Vorbereitung des Druckers und der keramischen Masse sammeln. Daneben wurde den Teilnehmern andere Gestaltende, Kunstschaffende und Projekte im Bereich des 3D-Keramik Drucks vorgestellt.
Am Tag zuvorfand ein einführender Vortrag von Valena Ammon auf der webbasierten Plattform Spatial-Chat statt. Sie präsentierte bisherige und aktuelle Entwicklungen im Bereich des Keramik 3D Drucks und stellte ihr eigene Arbeit als Keramikdesignerin sowie das Kollektiv druckwerk.xyz, in dem sie mitarbeitet vor.
Der Vortrag wurde aufgenommen und sobald er öffentlich zugänglich ist, werden wir einen Link auf der BURG Webseite veröffentlichen.

Im experimentellen 3D-Scan-Workshop XYZRGB erprobten die Teilnehmenden ebenfalls drei Tage lang verschiedene fotogrammetrische 3D-Scan-Verfahren. Tonmodelle und Mitbringsel aus dem Privatfundus wurden zur Vorlage für erste Scanversuche mit der fotobasierten 3D-Rekonstruktionen sowie dem LiDAR. Die entstandenen 3D-Modelle konnten die Teilnehmenden anschließend am Computer weiterverarbeiten, indem sie mit Farbe, Form und Licht experimentierten. Am Ende des Workshops können die Teilnehmenden nicht nur Grundkenntnisse und erste Erfahrungen mit 3D-Scan-Verfahren vorweisen, sondern auch selbst gestaltete 3D-Modelle mit nach Hause nehmen.

Die BurgLabs stellen Forschungsergebnisse und die Arbeiten der Residencies vor
Am Mittwoch luden die BurgLabs zu zwei öffentlichen Online-Veranstaltungen ein. Im BurgLabs Research Update präsentierten zunächst die Mitarbeitenden aus BioLab, SustainLab und XLab sowie Studierende aus den BurgLabs Residencies im Wintersemester 2021/22 ihre aktuellen Konzepte. Anhand von Pecha-Kucha-Vorträgen erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in ihre Arbeiten und Ergebnisse. Anschließend sprach Dr. Jonas Finck im BurgLabs Guest Input „Waste2Protein – Upcycling mit Insekten“ über die Arbeit seines Unternehmens madebymade. So erfuhren die die Gäste, wie Insektenproteine regional und ressourcenschonend in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft produziert werden können.

Burg gründet! PLUS lud im Rahmen der Wintersession zu vier Veranstaltungen ein
Am 15.02. sprachen Aurelia Becker und Uwe Schattauer vom „Institut für Kunststofftechnologie und Recycling“, kurz IKTR, über „Rezyklate: Herausforderungen und Chancen des industriellen Kunststoffrecyclings“. In ihrem Vortrag stellten sie zunächst das IKTR sowie den Innovation Hub KUNSTstoff vor. Anschließend erläuterten sie Verfahren und Herausforderungen des Kunststoffrecyclings und Grundlagen des Verpackungsgesetzes. Außerdem sprachen sie über Möglichkeiten, den Recyclingsprozess mit gezieltem Design zu optimieren bzw. zu erleichtern. Zum Schluss gab es eine angeregte Rückfragerunde und ein offenes Gespräch über Möglichkeiten, eigene Praxisvorhaben gemeinsam mit dem IKTR zu realisieren.

Am Nachmittag desselben Tages konnten die Teilnehmer*innen diese Erkenntnisse im Praxisworkshop „Kunststoffe recyclen“ erweitern. René Braun, Leiter der Kunststoffwerkstatt der BURG, vermittelte einen Einblick in die komplexe Welt der Kunststoffe und ihrer Eigenschaften. Die Teilnehmer*innen erlernten Möglichkeiten, Kunststoffe zu identifizieren und weiterzuverarbeiten. Auf dem Programm standen das Schreddern von vorsortiertem Polyethylen und Polypropylen, das Herstellen von Platten und Spritzgussteilen und das Tiefziehen einer vorab hergestellten Platte.

Am darauffolgenden Tag führte Jonas Kühl durch durch den Workshop „re:thinking plastics“. Wie können Kunststoffe nachhaltig genutzt werden und welche konkreten Produkt- und Geschäftsideen könnten in diesem Zusammenhang entstehen? War die Fragestellung innerhalb des Workshops, um experimentell und ergebnisoffen Ansätze zu entwickeln, Kunststoffe innovativ in den Kreislauf zurückzuführen. Innerhalb des Tages entstand hierzu ein Prototyp einer spielerischen Recycling App. Der Prototyp verband sowohl die Idee, Kindern die Zurückführung und den Wert von Material nahe zu bringen, als auch spielerisch Erwachsenen die verschiedenen Wege des Recycling aufzuzeigen. Die Teilnehmer entschieden sich nach Abschluss der Veranstaltung weiter in Kontakt zu bleiben, um den erdachten Prototypen eventuell zur Marktreife zu bringen.

Am 17.2. waren Franziska Kinder und Tristan Schulze von Debug zu Gast. Das temporäre Projekt der GfZK Leipzig und der BURG experimentiert u.a. mit textilen Interfaces und beschäftigt sich mit nachhaltigen Lösungen der Digitalisierung des Museums. Die Referent*innen präsentierten den Blog mit Open-Source-Charakter ɖıɛ ʑųƙųŋʄɬ – CODE : ELECTRONICS : MATERIALS (burg-halle.de) auf dem Prototypen, Experimente und Projekte aus der Lehre sowie freie Studienarbeiten gesammelt, archiviert und (teilweise) nachgebaut werden können. Im interaktiven Teil des Workshops gab es eine praktische Einführung zu Coding und Manipulation bestehender Javascripte.

Ausblick: Die BURG Herbstsession 2022
Wir, die drei veranstaltende Projekte, bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden und allen, die an den Angeboten teilgenommen haben. Die Sessions haben sich als hochschulübergreifende Plattform zum Austausch etabliert. Diesen Raum, in dem verschiedene Fachrichtungen, Studienjahre, Projekte, Angestellte und Externe zusammenkommen, möchten wir auch vor Beginn des kommenden Wintersemesters wieder anbieten. Die Terminfindung läuft und wir melden uns bald mit dem genauen Termin. Bis dahin!