Learning from Greppin - ein Dorf im Chemiepark

Design- und Architekturgeschichte/Designtheorie - Aufbau- und Vertiefungsmodul
Kompaktwoche
Aufbauseminar / Vertiefungsseminar

Greppin im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen (Quelle: Greppin (Art.): Wikipedia, CC BY 3.0)

Greppin wurde 1390 erstmals urkundlich erwähnt und ist ein Dorf, das seit 1895 Standort einer Farbenfabrik war, in der Benzidin, ein Zwischenprodukt für den Farbstoff Rubin, hergestellt wurde und durch alle Zeiten hindurch bis heute mitten im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen liegt. Sollten Sie es kennen, prima, wenn nicht, macht nichts. Ein Blick auf Google Maps zeigt, dass die CBW Chemie GmbH Bitterfeld Wolfen, das ICS Industriechemikalien Schwefelnatrium, der Pferdehof Gut Greppin und die Fleischerei Gut Greppin diesen Ort maßgeblich prägen, sich Chemieindustrie und ländliches Idyll in Greppin demnach auf eine Weise miteinander zu verbinden scheinen, die neugierig macht. Für unser gemeinsames Nachdenken sind zwei Ausgangspositionen interessant: Im New Yorker Guggenheim Museum ist gerade die vom Architekten Rem Koolhaas kuratierte Ausstellung „Landscape. The Future“ eröffnet worden, die in bewusster Abkehr von den Megastädten unserer Zeit den ländlichen Raum in den Blick nimmt, der ja annähernd 98% der von Menschen bewohnten Fläche unseres Planeten bildet. Nur 2% der Fläche werden von Städten vereinnahmt. Fragen, die sich angesichts von Greppin stellen: Wie definiert sich „Dorf“? Wie funktioniert „Dorf“ im ländlichen Raum einer Industrielandschaft, die als Chemiepark bezeichnet wird? Was heißt hier „Landschaft“? Und was „Park“? Die zweite Ausgangsposition markiert der Titel des Seminars, der seine Anleihe vom 1968 erdachten Projekt und 1972 (1977) publizierten Buch „Learning from Las Vegas“ nimmt, in welchem Robert Venturi und Denise Scott Brown sich dieser Stadt in der Wüste annäherten. Eine Annäherung mit dem Auto und aus dem Auto heraus, mit Fotografien, Fotomontagen, Filmen und jeder Menge unterschiedlicher Karten. Wir fokussieren auf einen Raum, der spazierangehender Weise  erschlossen werden kann, auch wenn es ein Auto braucht, um den „Chemiepark“ zu ermessen. Und wir konzentrieren uns auf einige wenige Methoden des Kartographierens bzw. des Mappings. Ziel ist es jedoch, das Dorf in seinem Umfeld zu erfassen, mit den Bewohner*innen ins Gespräch zu kommen und zu versuchen, sich eine Vorstellung davon zu machen, was es heißt, in einem Dorf wie Greppin zu leben. Um das herum sich seit 2004 2,2 Kilometer neu errichteter und 15,8 Kilometer sanierter Rohrbrücken schlingen. In dem kein Gemüse im eigenen Garten angebaut werden sollte, weil das Wasser verseucht ist. Beispielsweise.

Die Veranstaltung ist eine Gemeinschaftsproduktion von Designtheorie (Prof. Pablo Abend) und Design- und Architekturgeschichte (Prof. Veronica Biermann)

Anmeldung:

Über das Anmeldungsportal der Kompaktwochenangebote “künstlerisches gestalten”

Lecturer

  • Prof. Dr. Pablo Abend (Vertretungsprofessor)
  • Prof. Dr. Veronica Biermann

Course year

2nd course year

Final degree

Bachelor and Master

Mandatory

Compulsory Elective

Registration start

06.04.2020 - 08.04.2020

Course Begin

11.05.2020

Place

Villa, Raum 103

Time

Kompaktwoche: 11.05.-15.05.2020
Montag, den 11.05., 10:00

Lecturer

  • Prof. Dr. Pablo Abend (Vertretungsprofessor)
  • Prof. Dr. Veronica Biermann

Course year

2nd course year

Final degree

Bachelor and Master

Mandatory

Compulsory Elective

Registration start

06.04.2020 - 08.04.2020

Course Begin

11.05.2020

Place

Villa, Raum 103

Time

Kompaktwoche: 11.05.-15.05.2020
Montag, den 11.05., 10:00