juicy things. Ausstellung mit Symposium in 3 Akten

Die Ausstellung widmet sich in drei zeitlich aufeinander folgenden Akten gegenwärtigen Formen von Figuren der Unordnung und Wiedererzählungen in den Künsten. Re-Lektüren und Wiedererzählungen sowie die daraus resultierenden Brüche und Störungen ermöglich-en einen neuen Blick auf das Hier und Jetzt. Figuren der Unordnung wie der Trickster, die Vagabundin oder die Hexe, stellvertretend für das Andere* erleben eine Wiedererzählung und reiben sich an hierarchischen Strukturen oder tradierten Rollenbildern. Und bringen dadurch gesellschaftliche Verhältnisse, die nach wie vor überwiegend weiß und männlich* sind, in Unruhe. Daher steht das, was stört, durcheinanderbringt und neu vermengt im Zentrum des Projekts. Das thematische Spektrum des Projekts reicht von Auseinander-setzungen mit Wissensproduktionen und Un_sichtbarkeiten, über die Idee des Flüssigen und mehr-als-menschlichen Ausdrucksformen bis hin zu Fragen nach der gesellschaftlichen Formierung einer nicht mehr subjektzentrierten Intimität.

1. Akt witch nursery

Im ersten Akt werden unter dem Titel witch nursery Positionen gezeigt, die Wissens-produktionen, Archive und Wiedererzählungen künstlerisch reflektieren. Die uns vertraute Geschichte ist nur eine davon und sie ist vorwiegend weiß, europäisch, heteronormativ, schriftlich. Was ist mit der Geschichte neben der Geschichte? Brüche in der linear erzählten Geschichtsschreibung sind genau solche Knotenpunkte, an denen sich alte neue Geschich-ten (weiter)erzählen und gemeinsam (ver)lernen. Wir wollen Erzählungen sichtbar machen, die unsichtbar gemacht werden, unbequem sein können und Zukünftigkeiten neu ent-werfen.  

2. Akt shimmering objects

Im zweiten Akt stehen diese Brüche in Form von shimmering objects im Fokus: Schimmernde Dinge können mehr sein als eine bloße Spiegelung des Status Quo oder ein Druckfehler auf dem Papier. Sie können ein Verweis auf bestehende Ungleichheitsverhält-nisse sein, die durch soziale, rassistische, wirtschaftliche oder vergeschlechtlichte Faktoren konstituiert sind. Wir wollen den Bruch oder die Störung nicht als Fehler, sondern als Um-bruch denken, der Veränderung mit sich bringt. Welche Materialien stiften Unruhe oder bringen widerständige Formen hervor? Wir wollen das Verhältnis von Materialitäten, Dis-ziplinen und Körpern befragen, ihre Brüche herausstellen und ihr Verhältnis neu ausloten.

3. Akt queer botanics

Daran anschließend gehen wir im dritten Akt in den Garten: queer botanics. Die Natur ist seit jeher Referenz-punkt für menschliches Denken und Handeln. Die Natur bringt Strukturen hervor, auch solche, die Binaritäten aufbrechen und vielstimmige produzieren. Dieser Teil des Projekts dreht sich um Beziehungsgefüge, um Ökologien der Relation und des Werdens, Ästhetiken der Sorge und des Heilens. Ausgehend von ökofeministischen Ansätzen fragen wir uns: Was können wir von unserer Umwelt lernen? Wie wollen wir mit unserer Umwelt leben?

Burg Galerie

Die Ausstellung findet vom 11.  Oktober bis 06. November in der Burg Galerie statt.

Koordination

Friederike Nastold, Annika Sominka, Miriam Lahusen

Kontakt

fempower(at)burg-halle.de

Projektleitung

Prof. Bettina Göttke-Krogmann
krogmann(at)burg-halle.de 

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds und das Land Sachsen-Anhalt.