Axel Lieber: Unverhältnismäßiges

Vortrag in Verbindung mit dem Seminar Think BIG!
23.4.2019, 16:15 Uhr, HS 008, Neuwerk 7

Axel Lieber: The Pedestal of the Sculptor, 2001

Axel Lieber: Unverhältnismäßiges

Vortrag in Verbindung mit dem Seminar Think BIG!, eigeladen von Prof. Dr. Nike Bätzner

Axel Liebers Skulpturen sind von Gegenständen unserer alltäglichen Umgebung inspiriert, so z.B. von Möbeln, Kleidung oder Lebensmitteln. Oft geht es in seinen Arbeiten um fundamentale plastische Prinzipien wie das Verhältnis von Innen und Außen oder den Kontrast von Fülle und Leere. Oberflächen werden zu tragenden Elementen, während fragile Strukturen zeichenhaft aus soliden Körpern freigelegt werden. Lieber befreit die Dinge von der reinen Funktion und überführt sie durch seine Manipulationen in ein Reich, wo unerwartete Zusammenhänge sichtbar werden und unsere Wahrnehmung der gewohnten Dinge herausgefordert wird. Dies gilt auch – und darum soll es im besonderen in seinem Vortag gehen - für das Verschieben von Proportionen und Maßstäblichkeiten. Seine Arbeiten bewegen sich im Bermudadreieck von Körper, Raum (Architektur) und Skulptur, wo sie so unterschiedliche Themen wie Design, Pop, Minimalismus, abstrakte Malerei oder auch Fragen der Identität und Mode berühren. Mit seiner skulpturalen Praxis hinterfragt Lieber festgefügte Kategorien und deren dogmatische Definitionen.

Axel Lieber (*1960 in Düsseldorf) studierte 1978 – 1984 Bildhauerei an der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf (Meisterschüler). Umzug nach Berlin 1984. Dort gründete er 1993 zusammen mit Hans Hemmert, Thomas A. Schmidt und Georg Zey das künstlerische Kollektiv inges idee, welches sich mit Arbeiten zur Kunst im öffentlichen Raum beschäftigt. 1994 übersiedelte er nach Malmö, wo er 1995-1999 eine Dozentur an der dortigen Kunstakademie innehatte. Lehrtätigkeit, Vorlesungen und Workshops an nordischen und deutschen Kunsthochschulen seit 1991, z.B. als DAAD Gastprofessor für das MFA Programm „Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien“ an der Bauhaus Universität Weimar 2006/07. Zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1983. Studienaufenthalte u.a. in Paris, San Francisco und Porto Alegre. Heute lebt und arbeitet er in Stockholm und Berlin. 

inges idee: inges idee arbeitet zu Fragen der Kunst im öffentlichen Raum, zumeist in Form von Kunst am Bau Wettbewerben oder direkten Anfragen. Die Organisationsform von inges idee lässt sich am ehesten mit der eines Architekturbüros oder eines Thinktanks vergleichen, wo unterschiedlichste Ideen entwickelt, ausgeführt und gespeichert werden. Die interne Arbeitsweise von Inges Idee ist beides: stark prozessorientiert und zugleich auf ein räumlich stringentes Endergebnis hin angelegt. Die Entwürfe von Inges Idee beziehen sich dabei immer auf einen spezifischen Ort, eine bestehende Architektur oder einen räumlichen Kontext. Mit ihrer poetischen Sprache dehnt Inges Idee die inneren und äußeren Grenzen und Eigenschaften des öffentlichen Raumes, sie dekonstruiert dessen funktionalen, rationalen oder pragmatischen Rahmen und füllt seine Leerstellen mit metaphorisch verdichteten, narrativen Fragmenten und Bildern.