25.03.2025, Berlin
Die dritte Station der Berlin-Exkursion war das TOP Lab, ein offener Wissenschaftsraum, der auf Basis des TOP e.V. betrieben wird und sich dem Community-Biohacking und der Citizen Biology widmet. Alessandro Volpato stellte die Philosophie des Labors vor, die auf Open-Source-Experimenten, demokratischem Zugang zu Biotechnologie und interdisziplinärer Zusammenarbeit basiert. Das Semesterthema „Microbial Production Enhanced by Machine Interaction” (Durch Maschineninteraktion verbesserte mikrobielle Produktion) wurde von Mareike vorgestellt, die den Designer als Vermittler zwischen lebenden Systemen und technologischen Komponenten darstellte. Mindaugas Gapsevicius (Miga) bot eine kritische Perspektive auf die Biomaterialindustrie, stellte das „timber model” in Frage und plädierte für nicht-menschenzentrierte Designansätze, die ökologische Perspektiven integrieren. Alessandros Einführung in die Mykologie beleuchtete die Intelligenz und ökologische Rolle von Pilzen, gefolgt von praktischen Übungen mit biologischen Materialien. Zu den Highlights gehörten Schleimpilze (die dezentrale Entscheidungsfindung demonstrieren) und Mycofoam, eine biologisch abbaubare Alternative zu synthetischen Schaumstoffen auf Myzelbasis. Weitere Beispiele waren Sylia-Leder und Mycotetris – ineinandergreifende Myzelblöcke, die von der Logik von Tetris inspiriert sind. Anschließend stellten die ansässigen Künstler und Experimentatoren ihre Projekte vor: Silvio untersuchte kubanische modernistische Architekturformen, indem er Shiitake-Myzel zu geometrischen Strukturen formte. Alve präsentierte Amass, bei dem aus Kombucha gewonnene bakterielle Zellulose für 3D-gedruckte Kleidungsstücke verwendet wird, und experimentierte mit Hydrogelen für flexible, biologisch gewachsene Formen. Ein spekulatives Spirulina-Algen-Konzept schlug die Verarbeitung menschlicher Abfälle zu nachhaltigem 3D-Druckfilament vor und löste eine Diskussion über Kreislaufwirtschaft und biologische Sanierung aus. Der Besuch bot Einblicke in die Schnittstelle zwischen Biologie, Design und Open-Source-Innovation und betonte das Potenzial von Mikroben- und Pilzsystemen als Kooperationspartner in der Material- und Produktentwicklung.















































