01.04.2025, Halle (Saale)
Im Rahmen ihres Masterstudiums in Textildesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule untersucht Miriam Johnston das Potenzial struktureller Farben in biologischen Systemen. Unter der Leitung des wissenschaftlichen Mitarbeiters Johann Bauerfeind im BioLab der Hochschule – einem Ort, an dem Design und Biotechnologie aufeinandertreffen – arbeitet Johnston mit Algen und Bakterien, um Farben zu erzeugen, die frei von Pigmenten sind und ausschließlich aus der Lichtreflexion über mikroskopisch kleine Schichten entstehen.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Farbstoffen besitzen diese strukturellen Farben einzigartige optische Eigenschaften. Johnston nutzt speziell Flavobakterien, die natürlicherweise auf Anemonen vorkommen, um lebendige Grün- und Violetttöne zu kultivieren. Diese biologisch erzeugten Farben sollen auf Keramikfliesen zum Einsatz kommen und könnten eine nachhaltige Alternative für die Farbanwendung in der Architektur und im Produktdesign darstellen. Ihre Forschung umfasst das Züchten organisierter Bakterienkolonien in speziell entwickelten Lebensräumen wie 3D-gedruckten Biotubes, um die Wechselwirkung von Licht mit deren Oberflächen zu manipulieren. Inspiriert von der Irisierung von Schmetterlingsflügeln und den Chromatophoren von Tintenfischen untersucht sie in ihrer Arbeit auch Nährmedien und Zellverhalten, um das Ergebnis zu verfeinern. Das übergeordnete Ziel: eine lebendige, reaktionsfähige Oberfläche, auf der Farbe nicht hinzugefügt, sondern gezüchtet wird – und die sowohl die Ästhetik als auch unsere Vorstellung von Farbe selbst verändert.













































