31.03.2025, Halle (Saale)
Zur Vorbereitung auf das kommende Semester erhielt jede*r Studierende einen Kombucha. Kombucha ist ein fermentiertes Getränk, das aus gesüßtem, koffeinhaltigen Tee und einer sogenannten Kombuchakultur hergestellt wird – auch bekannt als SCOBY (Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast), also eine Symbiose aus Bakterien und Hefen. Diese Kultur bildet innerhalb weniger Tage eine Schicht aus reiner bakterieller Zellulose auf ihrer Oberfläche. Ziel der Aufgabe war es, mit dieser lebenden Kultur eine Installation zu entwickeln, die fasziniert, möglichst einfach erscheint, dabei überrascht – und im Laufe der Zeit sichtbar Bakterienzellulose wachsen lässt. Auf diese Weise näherten wir uns auf experimentelle Weise dem Thema des Semesters an. Die Aufgabenstellung wurde zu Hause bearbeitet, und die entstandenen Projekte zeigten eine große Bandbreite. Eine Installation untersuchte beispielsweise die Wirkung verschiedener Lichtsituationen auf das Wachstum der Kultur. Ein anderer Student ließ den SCOBY in die Form einer Gesichtsmaske wachsen. Eine weitere Arbeit nutzte die Kapillarwirkung von Schnüren, um Kombucha und Wasserkefir langsam zu vermischen und in verschiedene Gefäße zu leiten. In einem anderen Projekt wurde versucht, akustische Schwingungen im SCOBY sichtbar zu machen: Das Gefäß mit der wachsenden Kultur wurde dazu dauerhaft mit einem Körperschallgeber in Schwingung versetzt. Ein weiteres Experiment untersuchte, was passiert, wenn der SCOBY durch eine auf der Oberfläche schwimmende Ölschicht vom notwendigen Sauerstoff abgeschnitten wird – und dieser stattdessen über eine Pumpe von unten eingeblasen wird. Es war besonders spannend zu beobachten, wie unterschiedlich die Studierenden an die Aufgabe herangegangen sind – jede Installation spiegelte individuelle Interessen, Denkansätze und Herangehensweisen wider. Die Aufgabe bot einen einfachen und unkomplizierten, gleichzeitig aber inspirierenden Einstieg. Ohne große Vorgaben, aber mit viel Raum für Kreativität und Neugier war man gedanklich und gestalterisch schon mittendrin, bevor das Semester überhaupt begonnen hatte.
















































