Gruppenarbeit

PROZESS: Reading Report „Experimentieren“ (1. Hausaufgabe)

31.03.2025, Halle (Saale)

In der vorlesungsfreien Zeit bekamen wir die Aufgabe, das Buch „Experimentieren“ zu lesen und ein Kapitel vorzustellen. In diesem Buch geben Forscher*innen aus 23 Disziplinen Einblicke in ihre Arbeitsweisen und Experimente. Trotz der großen fachlichen Unterschiede boten die Darstellungen neue Perspektiven auf unser Thema. Ein Student stellte ein Kapitel einer Choreografin vor, die ihren kreativen Schaffensprozess als experimentelles Wechselspiel zwischen geplanten Abläufen und spontanen Reaktionen beschrieb. Er hob hervor, dass auch in seinem Projekt unerwartete Dynamiken eine wichtige Rolle spielen können. Experimentieren bedeutet, sich auf Veränderungen einzulassen und aus jeder Situation Neues zu entwickeln.

Ein anderer Student ergänzte, dass die Strategie des „bottom-up", die in einem Kapitel im textilen Kontext behandelt wurde, auch auf unser Themengebiet angewendet werden könne. Statt von einem vorgegebenen Anwendungsfall auszugehen, könnte es für uns hilfreich sein, die unterschiedlichen Materialeigenschaften von Mikroorganismen zu erproben. Ausgehend hiervon ließen sich neue Anwendungen und Konzepte entwickeln, anstatt wie üblich, ausgehend von einem bestimmten Zweck oder Anwendung, ein passendes Material zu suchen oder anzupassen. In dem Beitrag „Unwiederholbare Experimente. "Entwerfen zwischen Grenzziehung und Überschreitung“ von Carolin Höfer wurde deutlich, dass experimentelles Gestalten seit den 1960er und 1970er Jahren in neuen Formen diskutiert wird. Während frühere Ansätze oft der kritischen Auseinandersetzung mit starren Planungs- und Produktionsbedingungen dienten, sind heutige experimentelle Praktiken zunehmend in wirtschaftliche und digital gestützte Entwurfsprozesse integriert. Der Beitrag kritisiert, dass diese Integration zur Schaffung attraktiver Objekte und Atmosphären führt, anstatt den eigentlichen kreativen und kritischen Prozess des Experimentierens voll auszuschöpfen. Höfer fordert dazu auf, experimentelles Entwerfen als einen offenen, unwiederholbaren Prozess zu begreifen – ein Spiel mit Unterschieden, das mehr Fragen aufwirft als endgültige Antworten liefert und somit Raum für neue Perspektiven und innovative Lösungsansätze öffnet.