Bio, Kunststoff – oder beides?

Eine Ausstellung über Biokunststoffe und deren Ökobilanz vom 8. Mai bis 5. Juli 2019 in der Materialsammlung

"Bio, Kunststoff – oder beides?"
8. Mai bis 5. Juli 2019 in der Materialsammlung der BURG
Gestaltung: Antje Mönnig und Sanna Schiffler

Biokunststoffe feiern Konjunktur – etliche Produkte drängen auf den Markt und schmücken sich mit einer Ökoaura. Doch wie kompostierbar und nachhaltig ist beispielsweise das Takeaway-Geschirr aus Naturmaterialien wirklich? Die Ausstellung Bio, Kunststoff – oder beides?, die vom 8. Mai bis 5. Juli 2019 in der Materialsammlung der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle erstmals in Deutschland gezeigt wird, widmet sich der Nachhaltigkeit dieser neuen Werkstoffe. Sie zeigt anhand einer Reihe von Biokunststoffen und Naturfaserkompositen deren Komplexität auf und informiert über Inhaltsstoffe und Entsorgung. Damit thematisiert die Ausstellung komplexe Fragen zu Rohstoffen, Energiebedarf, Anwendung und Recycling. Die Präsentation in der Bibliothek der BURG wirft so Schlaglichter auf Biokunststoffe hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und ökologischen Relevanz und hinterfragt diese.

Das Schweizer Netzwerk Material-Archiv konzipierte die Ausstellung 2015/16. Sie war seitdem u.a. im Gewerbemuseum Winterthur und an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zu sehen. Für die Präsentation in der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wird die Ausstellung um aktuelle Werke von Burg-Studierenden und Alumni ergänzt. Die Ausstellung wird durch die Ikea Stiftung gefördert, die auf diese Weise der Nachwuchsförderung nachkommt.

Bio, Kunststoff – oder beides? macht unser zwiespältiges Verhältnis zu Kunststoffen und Biokunststoffen sichtbar. In Deutschland lag 2015 der Kunststoffverbrauch bei über 10 Millionen Tonnen – sei es für Verpackungen, Take-Away-Besteck, Bauteile, Spielzeuge, Kleidungsstücke und Schuhe, medizinische Geräte oder Hygieneartikel. Kunststoff ist trotz seiner vielfältigen Funktionen und Vorteile emotional negativ aufgeladen. Diskutiert werden der Rohstoffverbrauch und die Gefährdung von Ökosystemen, man ringt um Verbote, Lösungen und Alternativen. Doch unter welchen Umständen ist der Einsatz von Biokunststoffen sinnvoll und dient nicht nur der Beruhigung des schlechten Verbrauchergewissens?

Die in der Ausstellung zu sehenden Beiträge von Burg-Studierenden und -Alumni aus den Studiengängen Bildhauerei/Figur, Bildhauerei/Metall, Industriedesign, Schmuck und Textildesign zeigen unter anderem algenbasierte Biokunststoffe, Textilien aus biobasierten Kunststoffen und Biokunststoffe aus industriellen Abfallströmen. Diese diskutieren die Themen Konsum, Kurzlebigkeit, Recycling und Kreislaufwirtschaft.

Ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Fachgesprächen und Beiträgen begleitet und erweitert die Themen der Ausstellung. 


Veranstaltungsprogramm

Eröffnung am Dienstag, 7. Mai 2019, 18 Uhr mit folgenden Kurzvorträgen und anschließendem Fachgespräch:

  •  Kuratorenteam Franziska Müller-Reissmann (Zürcher Hochschule der Künste) und Mario Pellin (Gewerbemuseum Winterthur)
  • Amelie Klein (Vitra Design Museum): These swimsuits are not sustainable enough – Warum Design mehr Verantwortung übernehmen muss, die Welt aber (wahrscheinlich) trotzdem nicht retten wird
  • Dr. Patrick Hirsch (Fraunhofer IMWS): Technische Biopolymere – Status, Potenziale und Herausforderungen
  • Designerin Henriëtte Waal (Algae Lab | Atelier LUMA): Algae Geographies – Biomaterialien und mediterrane Geographien

Vortrag am Mittwoch, 29. Mai 2019, 18 Uhr:

  • Christien Meindertsma: A Flex Project

Halbzeit-Veranstaltung am Montag, 3. Juni 2019, 18 Uhr mit folgenden Kurzvorträgen und anschließendem Fachgespräch:

  • Hendrik Roch (Fraunhofer UMSICHT)
  • Basse Stittgen: Blood Related – Biokunststoff aus Tierblut

Finissage am Freitag, 5. Juli 2019, ab 18 Uhr zur Langen Nacht der Wissenschaften:

  • Pecha Kucha mit den beteiligten Studierenden

Führungen durch die Ausstellung: auf Anfrage, auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten sowie auch für Schulen möglich.

 

Bio, Kunststoff – oder beides?
Ausstellungsdauer:
8. Mai bis 5. Juli 2019

Eröffnung: Dienstag, 7. Mai 2019, 18 Uhr mit Kurzvorträgen und Fachgespräch
Ort: Materialsammlung der Burg Bibliothek, Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 12 bis 20 Uhr (an Feiertagen geschlossen)
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei.

Kuratorenteam: Franziska Müller-Reissmann (Zürcher Hochschule der Künste), Mario Pellin (Gewerbemuseum Winterthur), Prof. Mareike Gast (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Professorin für Industriedesign / Material- und technologiebasierte Produktentwicklung), Prof. Aart van Bezooijen (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Professor für Material- und Technologievermittlung), Prof. Bettina Göttke-Krogmann (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Professorin für Textildesign)

Kooperationspartner: Eine Kooperation vom Material-Archiv, Gewerbemuseum Winterthur, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Förderer der Ausstellung: Ikea Stiftung
Förderer der Veranstaltungen: Land Sachsen-Anhalt – Ministerium Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Die Ausstellung findet statt mit zusätzlicher Unterstützung von: Bundesministerium für Bildung und Forschung, culturtraeger

Ausstellende Studierende
In der Ausstellung Bio, Kunststoff – oder beides sind Werke der Burg-Studierenden und -Alumni Leona Blum (Schmuck), Yi Gong (Industriedesign), Miriam Johnston (Textildesign), Dorothea Lang (Conceptual Textile Design), Stephan Hildebrandt (Industriedesign), Fabian Hütter (Industriedesign), Maria Mayer (Textildesign), Jakob Müller (Industriedesign), Alexander Rex (Industriedesign), Alexia von Salomon (Industriedesign), Mara Sandrock (Bildhauerei/Metall), Veronika Schneider (Industriedesign), Renin Zeynep Simsek (Bildhauerei/Figur), Luis Undritz (Industriedesign), Rachel Schramm Viana (Conceptual Textile Design), Marc Wejda (Industriedesign) zu sehen.

Weitere Informationen: www.burg-halle.de/bio-kunststoff
Social Media: Die BURG kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #biokunststoff #burgmaterial #burghalle